Friedensdorf – DMZ, Korea
Menschen, die von Südkorea aus durch den Feldstecher nach Nordkorea schauen, erblicken ein Dorf. Kijŏng-dong, von Nordkorea offiziell als „Friedensdorf“ bezeichnet, ist eines der faszinierendsten und skurrilsten Überbleibsel des Kalten Krieges. Im Westen und in Südkorea ist es unter dem Namen „Propagandadorf“ bekannt.
In den 1950er-Jahren, direkt nach dem Waffenstillstand im Koreakrieg (1953), wurde es im nordkoreanischen Teil der Demilitarisierten Zone (DMZ) erbaut. Es sollte Wohlstand aufseiten des kommunistischen Teils des Landes vortäuschen und sogar noch mehr. Die hell gestrichenen, mehrstöckigen Betonhäuser mit blauen Dächern, Schulen, Krankenhäuser und Kitas sollten unzufriedene südkoreanische Bauern und Soldaten dazu verleiten, über die Grenze nach Norden zu flüchten.
Dabei sind sie reine Staffage – es ist eine regelrechte Geisterstadt. Offiziell behauptet das nordkoreanische Regime zwar bis heute, dass in dem Dorf rund 200 Familien leben und eine kollektive Farm betreiben. Beobachtungen mit modernen Teleskopen und Satellitenbildern zeigen jedoch Leerstand.
Draculas Schloss – Bran, Rumänien

Wer Transsylvanien besucht, kommt an Schloss Bran kaum vorbei. Das mittelalterliche Gemäuer thront über der Landschaft und zieht all jene in seinen Bann, die die blutige Geschichte vom Grafen Dracula lieben. Aber ist es wirklich Draculas Schloss?
Das Schloss ist real – ein echtes Bauwerk aus dem 14. Jahrhundert, keine Frage. Die Dracula-Verbindung hingegen ist vor allem eine clevere Marketingentscheidung. Zu Vlad, dem Pfähler, dem historischen Vorbild für den Grafen, gibt es kaum belegbare Verbindungen. Und Bram Stoker (1847 bis 1912), Autor des weltberühmten Romans, hat Rumänien nie besucht. Der Ire hat einen Teil historische Wahrheit genommen und in eine Legende verwandelt. Das Schloss in Bran profitiert nun davon.

Das Vorbild für Dracula
Vlad, der Pfähler (rumänisch Vlad Țepeș), oder Vlad Dracula, war im frühen 15. Jahrhundert ein historischer Fürst der Walachei. Er entmachtete und pfählte viele Mitglieder des walachischen Adels, um seine eigene Autorität zu festigen. Dabei wurde dem Opfer ein hölzerner oder metallener Pfahl durch den Körper getrieben.










