Wenn morgens die Nase dicht ist und die Augen jucken, steckt nicht immer ein Infekt dahinter. Oft verursacht Hausstaub im Bett die Beschwerden – besonders jetzt in der Heizsaison.

Die Nase ist morgens dicht. Kaum steht man senkrecht, beginnt eine Niesattacke, die Augen jucken. Auch nachts ist die Nase oft verstopft. Das kann die Mundatmung fördern, den Schlaf stören und Schnarchen begünstigen. Und das alles, obwohl draußen kaum noch etwas fliegt. Der Grund: Eine neue Saison hat begonnen. Willkommen in der Welt der Hausstaubmilbenallergie!

Aber: So richtig korrekt ist „Saison“ ja nicht, weil Hausstaubmilben uns das ganze Jahr über begleiten. Doch im Herbst können die Beschwerden besonders nerven. Während der warmen, feuchten Monate finden unsere winzigen Mitbewohner ideale Bedingungen vor.

Beginnt die Heizperiode und wird die Raumluft trockener, sterben viele Milben ab.

Ihre allergenhaltigen Hinterlassenschaften und Körperbestandteile bleiben jedoch zurück, mischen sich mit dem Hausstaub und werden damit immer wieder aufgewirbelt. Deshalb erleben manche Allergiker ausgerechnet jetzt eine besonders unangenehme Zeit.

Was sind Hausstaubmilben eigentlich?

Es sind winzige Spinnentiere, mit bloßem Auge praktisch nicht zu erkennen. Wichtig zu wissen: Sie sind weder ein Zeichen mangelnder Hygiene, noch haben sie etwas mit Bettwanzen zu tun. Hausstaubmilben beißen oder stechen Menschen nicht.

Hausstaubmilben gibt es in praktisch jedem Haushalt. Sie ernähren sich unter anderem von unseren abgestorbenen Hautschuppen. Deshalb ist ihr Lieblingsrestaurant gleichzeitig unser Lieblingsplatz – das Bett: In Matratzen, Kissen und Bettdecken finden sie Futter, Wärme und Feuchtigkeit. Auch Polstermöbel, Teppiche und schwere Vorhänge laden ein.

Und noch eine kleine Korrektur zum Namen: Bei einer „Hausstauballergie“ reagiert man normalerweise nicht auf den Staub selbst. Die entscheidenden Allergene stammen vor allem aus dem Kot und weiteren Bestandteilen der Milben. Verbunden mit Staubpartikeln, gelangen sie beim Bettenmachen, Staubsaugen oder Herumlaufen in die Atemluft.

Morgens Schnupfen – das kann ein Hinweis sein

Typisch ist eine verstopfte oder laufende Nase, oft verbunden mit regelrechten Niesattacken. Die Augen können brennen, tränen, gerötet oder geschwollen sein. Mancher räuspert sich ständig oder klagt über Husten. Charakteristischerweise sind die Beschwerden häufig nachts und morgens nach dem Aufwachen besonders ausgeprägt – schließlich hat man sich über mehrere Stunden mitten ins größte Milbenreservoir gekuschelt.

Das unterscheidet die Hausstaubmilbenallergie von vielen Pollenallergien: Sie ist prinzipiell ganzjährig präsent und meldet sich vor allem in Innenräumen. Mancher hält seinen Dauerschnupfen deshalb jahrelang für eine wiederkehrende Erkältung.

Auf Dauer sollte man diese Beschwerden nicht hinnehmen. Bei Beteiligung der unteren Atemwege können Husten, pfeifende Atmung, Engegefühl oder Atemnot auftreten. Ein allergischer Schnupfen kann mit allergischem Asthma einhergehen. Entsprechende Beschwerden sollten also allergologisch abgeklärt werden.

Zur Diagnose gehören die genaue Beschwerdegeschichte und ein Hauttest und/oder eine Blutuntersuchung auf spezifische IgE-Antikörper. Ein positiver Test allein beweist noch keine behandlungsbedürftige Allergie: Das Ergebnis muss zu den Beschwerden passen. Bei unklaren Befunden kann ein nasaler Provokationstest weiterhelfen.

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