Medikamente: Dosierungsanpassungen nur durch den Arzt
Die Einnahme bestimmter Medikamente kann das Problem noch verschärfen. Wenn durch eine zusätzliche Einnahme wassertreibender Medikamente, auch Diuretika genannt, ein noch stärkerer Flüssigkeitsverlust entsteht, nimmt das Blutvolumen in den Gefäßen ab. Dadurch fällt der Blutdruck plötzlich ab. Besonders beim Aufstehen aus liegender oder sitzender Position kann es dann zu einem Kreislaufkollaps mit kurzzeitiger Bewusstlosigkeit kommen.
Allerdings sollten Herzpatienten, die Diuretika einnehmen, niemals eigenmächtig ihre Medikamente absetzen, ohne zuvor mit ihrem Arzt gesprochen zu haben. Nur er kann entscheiden, ob im individuellen Fall eine niedrigere Dosierung sinnvoll ist.
Trinken ist wichtig, doch ein Zuviel schadet
Da bei Menschen mit Herzproblemen auch die ausgeschwitzten Salze nicht hinreichend ausgeglichen werden, treten oft weitere Beschwerden wie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Muskelkrämpfe und zuweilen auch Herzrhythmusstörungen auf.
Daher sollten Ältere und Patienten mit einer Herzschwäche an heißen Tagen zusätzlich zur normalen Trinkmenge (1,5 bis 2 Liter pro Tag) ein bis zwei Liter Flüssigkeit zu sich nehmen (zum Vergleich: Bei gesunden Menschen empfehlen Ärzte zwei bis drei Liter bei Hitze). Aber auf keinen Fall mehr, warnt die Deutsche Herzstiftung. Denn eine übermäßige Flüssigkeitszufuhr könne bei herzkranken Patienten zur Verschlechterung ihrer Herzleistung führen.
Tägliches Wiegen hilft, die Trinkmenge zu kontrollieren
Ein weiterer Tipp: in Hitzeperioden das Gewicht im Blick behalten. „Ältere Personen ab 65 Jahren sollten sich jeden Tag zur Kontrolle auf die Waage stellen und ihr Körpergewicht messen, um einen Flüssigkeitsverlust rechtzeitig zu erkennen“, rät Gefäßchirurg Rolf Weidenhagen von der Deutschen Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG). Wer auf diese Weise bemerkt, dass die Zahl niedriger wird, ohne dass er oder sie etwas am Essverhalten geändert hat, sollte mehr trinken.
Am besten eignen sich Getränke wie Wasser, Tee oder Saftschorlen. Sind sie lauwarm, verträgt der Körper sie an heißen Tagen am besten.
Die Deutsche Herzstiftung rät sogar aktuell dazu, sich morgens und abends zu wiegen, um die Flüssigkeitsbilanz über den Tag einschätzen zu können. Dabei ist nicht nur ein niedrigeres Gewicht ein Warnzeichen für eine zu geringe Flüssigkeitsmenge. Auch bei einer Zunahme des Körpergewichts (etwa ein Kilogramm über Nacht oder 2,5 Kilogramm in einer Woche), sollten Herzschwäche-Patienten am besten den Arzt kontaktieren. Denn das deutet auf eine gestörte Flüssigkeitsbalance hin, so die Stiftung.











