
Laut Experte Kielkopf hängt damit die Entwicklung des MSCI World stark davon ab, wie sich der US-Markt entwickelt – und besonders, wie sich große US-Technologieunternehmen schlagen. „Wer ihn als alleinige Basis nutzt, bekommt faktisch ein Portfolio, in dem US-Technologiewerte den dominantesten Anteil ausmachen“, erklärt Kielkopf.
Genau hier liege das Problem für Anleger, die glaubten, sie würden mit dem MSCI World automatisch breit gestreut investieren. Zwar enthalte der Index viele Unternehmen – doch er bleibe regional einseitig.
Langfristig schnitten Schwellenländer in der HQ-Trust-Analyse sogar besser ab als die Industrieländer. Seit 1988 erzielte der MSCI Emerging Markets eine Rendite von rund 10 Prozent pro Jahr, der MSCI World dagegen 8,5 Prozent pro Jahr.
Bemerkenswert dabei: Diese höhere Rendite der Schwellenländer kam zustande, obwohl US-Technologiewerte in den vergangenen 15 Jahren besonders stark dominiert haben und damit den MSCI World kräftig nach oben gezogen haben.
Allerdings erkaufen sich Anleger diese Chancen mit einem deutlich höheren Risiko. Dieses Risiko zeigt sich in der sogenannten Volatilität – also der Schwankungsbreite der Kurse. Je höher die Volatilität, desto stärker können die Kurse nach oben und unten ausschlagen.
Historisch lag die Volatilität laut HQ Trust bei durchschnittlich 22 Prozent pro Jahr im MSCI Emerging Markets, beim MSCI World dagegen bei 15 Prozent. In den letzten Jahren ist dieser Unterschied zwar kleiner geworden – doch grundsätzlich bleibt die Schwankungsanfälligkeit der Schwellenländer höher.
Hinzu kommt: Die Performance beider Regionen verläuft nicht gleichmäßig, sondern in klaren Zyklen. Mal haben die Industrieländer die Nase vorn, mal die Schwellenländer. Diese Phasen dauern oft viele Jahre oder sogar Jahrzehnte. Wer versucht, den perfekten Zeitpunkt für den Wechsel zu finden, braucht daher nicht nur Wissen, sondern auch viel Glück.
Für Anlegerinnen und Anleger ergibt sich daraus eine klare Konsequenz: Wer nur in den MSCI World investiert, setzt zwar auf viele Unternehmen – verzichtet aber gleichzeitig auf einen großen Teil der Weltwirtschaft. Kielkopf bringt es auf den Punkt: „Wer sein gesamtes Aktienportfolio allein über den MSCI World abbildet, verzichtet bewusst oder unbewusst auf rund die Hälfte der Weltwirtschaft.“










