Der 1. FC Köln muss schnell reifen. Gute Ansätze reichen in der Bundesliga nicht aus, wenn man immer wieder alte Fehler macht. Ein Kommentar.
Monatelang musste Lukas Kwasniok in der vergangene Saison die Frage beantworten, warum der 1. FC Köln Gegentor um Gegentor nach ruhenden Bällen kassierte. Am Ende musste gar Standard-Trainer Hannes Dold seinen Hut nehmen und wurde von seinen Aufgaben entbunden.
In diesem Sommer sollte alles besser werden. Neuer Kader, andere Stärken, mehr Kopfballpräsenz, mehr Physis. Doch auch in dieser Saison bekommt der FC Gegentor um Gegentor nach ruhenden Bällen eingeschenkt. Eine Schwäche, die in dieser Form verheerend ist, weil sie zum wiederholten Male Punkte gekostet hat.
Standards entscheiden über Meisterschaften
Gegen Werder Bremen fiel so in der Vorwoche der Ausgleichstreffer, beim Hamburger SV gerieten die Geißböcke so am Samstagabend in Rückstand. Statt eines Sieges gegen Bremen und eines möglichen Dreiers gegen den HSV blieb von denkbaren sechs Punkten nur ein einziger übrig. Diese Zähler sind es, die im Laufe einer langen Saison noch wehtun könnten. Und genau deshalb muss der FC schleunigst daran arbeiten.
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Denn gute Ansätze reichen in der Bundesliga nicht aus, wenn man alte Fehler nicht abstellt, sondern sie ständig wiederholt. Seit Monaten hören die Fans dieselben Sätze: Man werde es intern analysieren und ansprechen. Man müsse daraus lernen. Auch deswegen lässt der FC inzwischen weniger Fans im Training zu.
Doch in einer Fußballwelt, in der Standards inzwischen über Meisterschaften entscheiden – man frage mal beim FC Arsenal in London nach – darf der FC diese Schwäche nicht mehr länger als Teil einer Lernkurve abtun. Der FC muss handeln.
FC darf sich nicht wundern
Denn wenn etwas über Meisterschaften entscheiden kann, dann auch über Abstieg oder Klassenerhalt. In anderen Sportarten werden Standards längst zur Kunstform erhoben. Es gibt Special Teams, es gibt eigene Trainer, es gibt sogar eigene Trainingseinheiten, in denen nichts anderes geübt wird als diese Spielformen. Im Fußball wird dieser Fokus noch immer belächelt. Der FC täte gut daran, über den Tellerrand hinauszuschauen und die Sinne der Spieler für diese Situationen im Spiel zu schärfen.
Denn das besonders Bittere an den 90 Minuten in Hamburg ist: Der FC war das deutlich bessere Team mit der deutlich besseren Spielanlage und den deutlich besseren Torchancen. Letztere kann man mal vergeben, wenn man dafür hinten keine Geschenke verteilt. Wer dem Gegner aber so einfache Treffer gewährt, muss sich nicht wundern, wenn statt sieben oder gar neun Punkten aktuell nur vier Zähler auf der Habenseite stehen.











