
Unerwartete Stressfaktoren
Zehn unbekannte Stressquellen und wie Sie sie vermeiden
Aktualisiert am 23.11.2025 – 08:04 UhrLesedauer: 5 Min.
Chronischer Stress schadet der körperlichen und psychischen Gesundheit. Zehn alltägliche Stressfallen, die Sie kennen – und wenn möglich umgehen sollten.
Jeder Mensch hat seine ganz persönlichen Stressoren. Ab wann sie etwas als stressig empfinden, ist individuell verschieden. Die Belastungsgrenze liegt bei jedem Menschen woanders. Viele alltägliche Stressoren schleichen sich still und unbemerkt in unser Leben und rauben uns wertvolle Energie – die uns dann in anderen Situationen fehlt. Eine Glücksforscherin verrät, wie Sie mit diesem Energieräuber umgehen können.
Die großen Stressauslöser wie Termindruck auf der Arbeit, Krankheiten, Schulden, Konflikte, belastende Arbeitszeiten, Arbeitslosigkeit oder eine Pflegesituation gehen oft direkt an unsere Belastungsgrenze. Sie brauchen enorm viel Kraft und überfordern schnell. Weniger auffällig hingegen sind die kleinen alltäglichen Stressoren, die uns oft gar nicht bewusst sind, die aber, kommen genügend von ihnen zusammen, uns das Leben deutlich erschweren. Gelingt es uns, sie zu reduzieren, haben wir wieder mehr Freiheit und fühlen uns leichter.
Hinweise, dass unser Körper unter Stress steht, sind beispielsweise verstärktes Schwitzen, muskuläre Verspannungen, ein erhöhter Puls, Magen-Darm-Beschwerden, Unruhe, Kopfdrücken, Sorgen, Gedankenkreisen, Antriebslosigkeit, anhaltende Müdigkeit, aber auch Unruhe, Gereiztheit bis hin zu Aggressivität. „Nehmen wir Stresssymptome bei uns wahr, sollten wir uns Zeit nehmen und schauen, was im Leben gerade nicht ganz rund läuft und schauen, welche Möglichkeiten es gibt, das Stresslevel zu senken“, rät Prof. Dr. Judith Mangelsdorf, Psychologin und Direktorin der Deutschen Gesellschaft für Positive Psychologie (DGPP).
Ein häufig unterschätzter Energieräuber ist Schlafmangel. Fehlt dem Körper Schlaf, fehlt ihm Zeit für Heilungs- und Regenerationsprozesse. Die Erschöpfung nimmt zu, die Konzentration am Tag wird schlechter, Müdigkeit stellt sich ein, Fehler häufen sich, wir werden vergesslicher und uns fehlt zunehmend Kraft für die Herausforderungen des Alltags.
„Schlaf entlastet, schenkt Ruhe und schafft Ordnung im Gedanken-Chaos. Das Gehirn braucht Schlaf, um Erlebtes einordnen und sortieren zu können. So manche Lösung für ein Problem ist nach einer erholsamen Nacht plötzlich im Kopf und so manche Herausforderung erscheint machbarer“, sagt Mangelsdorf. „Vor allem in stressigen Zeiten ist diese Form der Regeneration unverzichtbar.“
Ein weiterer Stressfaktor für den Körper ist Alkohol: Er braucht viel Energie, um den Giftstoff wieder abzubauen. Wird Alkohol in den Abendstunden getrunken, verschlechtert er den Schlaf und die Erholungsfähigkeit des Körpers. Man wacht nicht selten völlig zerknautscht und mit Kopfschmerzen auf. Leistungsfähigkeit? Gleich null.
Kaffee und Energy-Drinks sind zwei Beispiele für versteckte Stressoren. Besonders in stressigen Phasen getrunken, sollen sie den Körper wach und leistungsfähig machen. Und auf den ersten Blick macht das enthaltene Koffein als Aufputschmittel seine Arbeit gut. Doch was vielen nicht bewusst ist: Koffein stimuliert die Nebennierenrinde zur verstärkten Ausschüttung des Stresshormons Cortisol.











