Klarheit muss der neue Bundestrainer derweil auch an anderen Stellen im Kader schaffen. So etwa in der Torhüterfrage, die nach der WM erneut über der DFB-Elf schwelt. Manuel Neuer ist Geschichte, Oliver Baumann bereits 36 Jahre alt. Auch der Hoffenheimer könnte ein Kandidat für einen vom Nagelsmann-Nachfolger nahegelegten Rücktritt sein, um Raum für die neue Generation zu schaffen.
Zu der gehören zweifelsohne Bayern-Schlussmann Jonas Urbig, Freiburgs Noah Atubolu, Ex-Bremen-Torhüter Mio Backhaus und Stuttgarts Dennis Seimen. Sie alle könnten Deutschlands künftige Nummer eins werden. Entscheidend dürfte aber auch sein, welchen Umgang der neue Bundestrainer mit dem eigentlichen Stammtorhüter der deutschen Mannschaft wählt. Denn Neuers ewiger Schattenmann Marc-André ter Stegen, der die WM verletzt verpasste, wird seine Chance, endlich mal bei einem Großturnier zwischen den Pfosten zu stehen, nicht einfach aufgeben wollen. Ob der mittlerweile auch schon 34-Jährige diese Möglichkeit erhält, sollte durch den künftigen Bundestrainer vom Start weg kommuniziert werden, um keine unnötige Unruhe beim Neuaufbau der Mannschaft aufkommen zu lassen.
Der Bundestrainer muss Überzeugungsarbeit leisten
Eine gelungene Kommunikation ist auch ganz grundsätzlich das Stichwort für den neuen Bundestrainer. Gleich in mehreren seiner Aufgabenbereiche wird es für ihn darauf ankommen, sowohl die richtigen Worte zu finden als auch die passende Tonalität an den Tag zu legen.
So dürfte er bei einigen Talenten möglicherweise Überzeugungsarbeit leisten müssen, damit sie sich künftig auch wirklich für die deutsche Mannschaft und nicht für eine andere Nation entscheiden. Bestes Beispiel in diesem Zusammenhang ist der Ex-Hannoveraner Nicolò Tresoldi, der aktuell für Deutschlands U21 spielt, aber aufgrund der Herkunft seiner Eltern vom italienischen und argentinischen Verband bereits in Visier genommen wurde.
- Kampf um Top-Talente: Der DFB hat eine Herausforderung, gegen die er wenig tun kann
Zuletzt waren dem DFB immer mal wieder Jungprofis mit viel Potenzial auf diese Art und Weise entronnen – auch, weil ihnen in der A-Nationalmannschaft keine echte Perspektive geboten wurde.












