
Die Geschichte der LMU
Mehr als 550 Jahre alt, aber nur 200 in München
28.01.2026 – 06:59 UhrLesedauer: 2 Min.
Die LMU gilt heute als Münchens akademisches Aushängeschild – doch ihre Wurzeln liegen nicht an der Isar. Erst ein König machte sie 1826 zur Hauptstadt-Universität.
Auf die Ludwig-Maximilians-Universität sind viele Münchner stolz, dabei hat die renommierte Hochschule erst seit 200 Jahren ihre Räumlichkeiten in der bayerischen Landeshauptstadt. Zuvor machte die Institution bereits zwei Umzüge durch, die ihre bewegte Geschichte prägten.
Gegründet wurde die erste Universität Altbayerns 1472 von Herzog Ludwig IX. von Bayern-Landshut, auch bekannt als „Ludwig der Reiche“ – und zwar in Ingolstadt. Für die Errichtung war damals noch die Genehmigung des Papstes erforderlich. Gut drei Jahrhunderte blieb die Hochschule dort, bevor sie 1800 mit kurfürstlichem Erlass nach Landshut verlegt wurde.
Obwohl die renommierte Universität die Stadt verließ, blieb sie vor allem unter Intellektuellen nach wie vor als Universitätsstadt bekannt: So spielen etwa Teile des Romans „Frankenstein“ von Mary Shelley in Ingolstadt. Hier forscht Victor Frankenstein daran, seine Kreatur zu erschaffen.
Mit dem berühmten Roman, der 1818 erschien, hatte die Verlegung jedoch nichts zu tun: „Offiziell begründet wurde der Umzug mit der akuten militärischen Bedrohung. Denn Ingolstadt war nicht nur Universitäts-, sondern auch Festungsstadt und als solche im Zuge der Napoleonischen Kriege durch die französische Armee bedroht“, schildert die LMU diesen Abschnitt ihrer Geschichte. „Inoffiziell waren die Reformerkreise in München daran interessiert, den noch immer schlechten Ruf einer als konservativ geltenden und angeblich von Jesuiten geprägten Universität in Ingolstadt zu tilgen.“
Fast vier Jahre dauerte der komplette Umzug nach Landshut. Beim Installationsfest 1802 erhielt die Hochschule ihren Namen „Ludovico-Maximilianea“: Ludwig wegen des Universitätsgründers Ludwig IX. und Maximilian wegen des regierenden Landesherrn Maximilian IV. Joseph.
Doch Landshut wurde nur eine kurze Zwischenstation. Schon 1826 ordnete König Ludwig I. die Verlegung der Universität mit damals rund 1.000 Studenten nach München an. Der Monarch wollte alle staatswichtigen Kulturinstitute dort konzentrieren und das gesamte Bildungswesen neu organisieren. Zudem drohte die Universität in Landshut an Bedeutung zu verlieren.
Heute hat die LMU fast 55.000 Studierende und zieht selbst internationale Spitzenforscher nach Bayern. Das 200. Jubiläum des Umzugs in die Landeshauptstadt feiert die Hochschule am 3. Februar in festlichem Rahmen zusammen mit dem Amtsantritt des neuen Präsidenten Matthias Tschöp, übrigens seinerseits kein „Zuagroaster“, sondern ein waschechtes Münchner Kindl.











