Dick Brave ist zurück: Der Kanadier geht nach zwölf Jahren Pause wieder auf Tour. Das ausverkaufte Konzert in Hamburg ist laut und schweißtreibend.
Zwölf lange Jahre war Dick Brave von der Bildfläche verschwunden. Für sein Hitalbum „Rock’n’Roll Therapy“ bekam der Kanadier 2013 noch eine Goldene Schallplatte, danach zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück. Bis er im vergangenen Sommer überraschend wieder auftauchte, ein neues Album ankündigte und auch eine neue Tour.
„Back for Good“ heißt die neue Platte, er ist endlich wieder da, auch die Konzerte tragen dieses Motto. Und so warten an diesem Sonntagabend rund 1.500 Menschen in der ausverkauften Großen Freiheit 36 auf Dick Brave, seine Band und ihre Rock’n’Roll-Versionen bekannter Pophits.
Dick Brave verspricht „heiße Nacht“ in Hamburg
Punkt 20 Uhr geht es los, passend zu Album und Tour mit dem ersten Titel „Back for Good“ (Take That). Die lange Pause merkt man Dick Brave nicht an. Der 54-Jährige ist sofort drin, der geschmeidige Elvis-Hüftschwung sitzt noch immer. „Das wird eine heiße Nacht, ich hoffe, ihr haltet das aus“, ruft Dick Brave mit seinem kanadisch-amerikanischen Akzent in die Menge.
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Die Ansage passt. Nicht nur, weil das Publikum sofort auf den mitreißenden Auftritt der Rock’n’Roller anspringt, sondern auch, weil es von Anfang an schwitzig-warm in der Großen Freiheit 36 ist. Wer hier auf die falsche Pomade gesetzt hat, merkt das schnell. Zwischendurch strömt immer mal wieder frische Luft in den Club, die Stimmung kühlt dadurch aber nicht ab – Zeit zum Durchatmen bleibt ohnehin kaum.
Von Abba bis Dua Lipa: Hits im Rock’n’Roll-Gewand
Ein Hit jagt den Nächsten, dazu kommt ein vom ersten Ton an energiegeladener Auftritt Dick Braves. Ob „Take On Me“ (a-ha), „The Winner Takes It All“ (Abba), „Beautiful Things“ (Benson Boone), „Blinding Lights“ (The Weeknd), „Teddy Bear“ (Elvis), „I’m Still Standing“ (Elton John“) oder „What’s Love Got to Do With It “ (Tina Turner): All diesen bekannten Songs tut das flotte Rock’n’Roll-Gewand gut.
Dick Brave fühlt sich sichtlich wohl in der Rolle des Anheizers. Bei „Get This Party Started“ (Pink) steht er plötzlich im Handstand auf dem Klavier. Später teilt er das Publikum bei „Be the One“ (Dua Lipa) in drei Gruppen auf – weil er schon immer davon geträumt habe, wie solch eine Menge in einem dreistimmigen Chor singt. Die Fans machen mit, der Musiker hat Spaß: „Hamburg, ihr macht das toll!“
Dick Brave würde gern auf Sasha treffen
Zwischen den Songs erzählt er Anekdoten mit wechselhaftem Wahrheitsgehalt. Aus seiner Zeit in Nashville etwa, von einer jungen Countrysängerin, die unbedingt zum Pop wechseln und ihr Image abschütteln wollte – und dann gibt es, na klar, Taylor Swifts „Shake It Off“. Oder von angeblichem Ärger mit der Mafia in Boston, von der er seinen Gitarristen Tony O’Malley abgeworben habe. Auch in Soest sei er mal gewesen, sagt Dick Brave, nämlich als Soldat. Aus der Stadt stammt der erfolgreiche Popsänger Sasha, erwähnt der Kanadier nebenbei – getroffen hätten sie sich aber nie. Wie schade. Dabei sehen sich Sasha und Dick Brave zum Verwechseln ähnlich.
