Strohauser Plate bei Bremen

Nur ein Mensch darf die mysteriöse Weser-Insel betreten


Aktualisiert am 31.05.2026 – 05:14 UhrLesedauer: 3 Min.

Sonnenaufgang über der Weser (Archivfoto): Die Insel erstreckt sich auf einer Fläche von 470 Hektar – für viele dürfte das Eiland trotz seiner Größe jedoch ein rätselhafter Ort bleiben. (Quelle: IMAGO/imageBROKER/Volker Lautenbach/imago)

In vielen Windungen schlängelt sich die Weser hunderte Kilometer durch Deutschland und schafft dabei imposante Orte der Natur. Einer davon liegt nördlich von Bremen – und ist mysteriös.

Flüsse haben die Geschichte der Menschheit, Städte und Landschaften maßgeblich geprägt – und tun es bis heute. Die Weser ist mit ihren rund 450 Kilometern Länge nicht nur ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Mittel- und Norddeutschland. Der Fluss bietet gleichzeitig unzähligen Tierarten einen wichtigen Lebensraum und schafft mitunter Orte von bemerkenswerter Abgeschiedenheit.

Die Insel Strohauser Plate ist ein Ort, von dem man wohl sagen kann: Hier herrscht noch echte Einsamkeit, hier ist man weit weg vom Trubel der Großstädte, vom Lärm und der Luftverschmutzung. Früher lebten hier mehrere Bauernfamilien, heute ist nur ein Landwirt geblieben – und der hat eine ganze besondere Aufgabe.

Naturparadies, wie man es in Deutschland nur noch selten findet

Offiziell gehört die Insel als Bauernschaft zu Rodenkirchen und liegt in der Gemeinde Stadtland (Landkreis Wesermarsch). Von Bremen-Nord aus sind es nur etwa 20 Kilometer, dann finden sich Besucher in einem Naturparadies wieder, das es in Deutschland so nur noch selten geben wird.

Die Strohauser Plate aus der Luft (Archivfoto): Das Eiland ist vor allem bei zahlreichen Vögeln ein beliebter Rückzugsort. (Quelle: imago stock&people)

Das Problem: Einfach so, ohne Genehmigung und ohne sachkundige Führung kann das Eiland nicht betreten werden. Das Gebiet, was offiziell zum rund 1.000 Hektar großen Naturschutzgebiet „Strohauser Vorländer und Plate“ gehört, ist Rückzugsort für zahlreiche seltene Vögel. Es gilt, diese nicht zu stören, insbesondere zur Brutzeit brauchen die Tiere absolute Ruhe.

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Einer, der sich auf die Insel traut, ist Jörg Fasting. Er ist der einzige Landwirt, der noch auf der Insel arbeitet. 1836 siedelten sich erste Höfe an, bis 1986 lebten auf dem Eiland noch bis zu acht Bauernfamilien – nach und nach zogen sie weg. Fasting ist geblieben. Er betreibt Mutterkuhhaltung – und nebenbei erntet er einen ganz besonderen Rohstoff: Weserreet.

Weserreet: ein ganz besonderer Rohstoff

Dabei macht er sich die hohe Dichte an Schilfrohr zunutze, das mit einer Höhe von bis zu 3,50 Meter auf der Insel wächst. Das Reet wird direkt vor Ort geerntet und zum Verkauf angeboten. Die kräftigen Halme seien besonders für ihre Langlebigkeit bekannt und würden deshalb von Kunden geschätzt, schreibt der Landwirt auf seiner Internetseite.

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