Wochenend-Tipp

Ausflug in die Sächsische Schweiz: Dieser Berg hat eine royale Geschichte

Aktualisiert am 31.05.2026 – 03:43 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Lilienstein ist die bekannteste markante Felsformation der Sächsischen Schweiz (Archivbild). (Quelle: IMAGO/Sylvio Dittrich/imago)

Ein freistehender Fels, ein König und ein kurioser Besuch: Der Lilienstein in der Sächsischen Schweiz ist mehr als nur ein Wanderziel. Er steckt voller Geschichte.

Der Lilienstein hebt sich von allen anderen Tafelbergen der Sächsischen Schweiz ab: Er steht rechts der Elbe. Während sich die übrigen Berge der Region linkselbisch gruppieren, ragt dieser markante Fels als einziger auf der Ostseite in den Himmel. Möglich wurde das durch eine geologische Besonderheit – Erosion und tektonische Verschiebungen formten seine heutige Lage.

Keramische Funde belegen, dass der Lilienstein bereits in vorgeschichtlicher Zeit aufgesucht wurde. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1379, damals wurde er als „Ylgenstein“ bezeichnet. Aus dieser Zeit stammt vermutlich auch die Felszeichnung eines Kreuzes am Südaufstieg.

Wetterkiefer auf dem Lilienstein: Im Hintergrund sieht man die Elbe, die sich durch das Tal schlängelt. (Quelle: IMAGO/Zoonar.com/schattenspiel1/imago)

Wandern wie einst ein König – auf dem Lilienstein

Einst trug der Lilienstein eine kleine Burg des böhmischen Königs. Diese ging zu Beginn des 15. Jahrhunderts in sächsischen Besitz über. Der heutige Wanderweg führt durch die Reste der Burg.

Im Jahr 1708 bestieg August der Starke den Lilienstein und ließ zu diesem Anlass nicht nur einen steilen Stufenweg bauen, sondern sogar einen Obelisken auf dem Gipfel errichten. Heute ist das Denkmal verschwunden – doch der Weg ist geblieben und erinnert an den wohl kuriosesten Monarchenbesuch Sachsens.

Der Lilienstein: Er ist der einzige Tafelberg auf der rechten Seite der Elbe. (Quelle: IMAGO/Sylvio Dittrich/imago)

Ein Berg wie aus der Kulisse

Der Lilienstein sieht aus, als hätte ihn ein Bühnenbildner platziert: freistehend und dramatisch. Egal, aus welcher Richtung der Lilienstein betrachtet wird – immer zeigt er sich in einer anderen Form. Romantische Maler des 19. Jahrhunderts machten ihn zum Inbegriff der Sächsischen Schweiz. Heute ziert er Poster, Instagram-Profile und Reiseberichte gleichermaßen.

Die Wege zum Gipfel sind nichts für Ungeübte: Steile Stufen, Eisenleitern und schmale Pfade machen den Aufstieg zur kleinen Mutprobe. Doch wer oben ankommt, wird mit einem 360-Grad-Panorama belohnt – vom Elbtal bis zum Erzgebirge.

Wer den Lilienstein erklimmen will, beginnt die Tour meist am Bahnhof Königstein, setzt mit der Elbfähre nach Halbestadt über und folgt von dort dem Wanderweg zum Fuß des Berges. Oben wartet in der Saison eine bewirtschaftete Hütte mit Aussicht.

Share.
Die mobile Version verlassen