„Lasst mein Trikot in Ruhe“
Infantino: Erster DFB-Profi bezieht Stellung
05.08.2026 – 08:46 UhrLesedauer: 2 Min.
Nach den gescheiterten Fifa-Plänen wächst der Widerstand gegen Gianni Infantino weiter. Nun äußert sich ein DFB-Spieler.
Der deutsche Nationalspieler Oliver Baumann hat sich kritisch zu den gescheiterten Plänen von Fifa-Präsident Gianni Infantino geäußert. „Lasst uns den Fußball doch bitte den Fußball sein lassen, damit es um den Sport geht“, sagte der Torhüter der TSG Hoffenheim im Gespräch mit der „Bild“. Der Sport lebe von seinen Emotionen und dem Spiel selbst, „das darf nicht verfliegen“. Baumann warnte, dass die Lust am Fußball verloren gehen könnte, „weil er so sehr verändert wird.“
Infantino hatte zuletzt eine Welle der Empörung in der Fußballwelt ausgelöst, als Pläne zum Verkauf von Anteilen an der WM an Investoren bekannt wurden. Der Fifa-Präsident lenkte zwar ein und verwarf die Idee, vor allem in Europa formierte sich aber heftiger Widerstand gegen ihn. Möglicherweise bedeutet die aktuelle Krise das Ende von Infantinos Fifa-Präsidentschaft.
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Dass es immer mehr um Geld geht, spürte Baumann auch während der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada und nannte ein Beispiel. „Wir hatten am Trikot so kleine Badges. Bei den Spielern, die länger dabei sind oder schon mehrere Weltmeisterschaften gespielt haben, stand ‚Legacy‘ drauf, bei mir ‚Debütant‘ oder so etwas in der Art“, schilderte der 36-Jährige. „Und dann laufen Leute durch die Kabine und ziehen diese nur leicht aufgebügelten Badges wieder ab.“
Was dahintersteckte: „Mir wurde erklärt, dass damit wohl auch noch Geld gemacht wird“, erzählte Baumann, dessen Gedanken dazu eindeutig sind. „Lasst mein Trikot in Ruhe, ich will das wieder mitnehmen.“
Baumanns DFB-Zukunft unklar
Nagelsmann hatte dem ursprünglich als Nummer eins vorgesehenen Routinier wenige Wochen vor der WM doch noch den Stammplatz entzogen. Stattdessen hatte er bei dem misslungenen XXL-Turnier auf den zuvor eigentlich aus der DFB-Elf zurückgetretenen Manuel Neuer vom FC Bayern gesetzt.
Unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp will Baumann weiter für DFB-Einsätze zur Verfügung stehen. „Ich freue mich auf alles, was in der Zukunft kommt, und freue mich auf neue Aufgaben. Wir haben bisher noch keinen Kontakt gehabt, aber für mich persönlich ändert sich nichts. Ich bin da, freue mich, wenn er sich meldet, und freue mich auf das, was kommt“, sagte Baumann laut Medienberichten im österreichischen Seefeld.
