Ex-Ferienhaus von russischem Oligarchen
Deutschlands teuerste Villa kommt unter den Hammer
Aktualisiert am 19.03.2026 – 10:42 UhrLesedauer: 3 Min.
Sie bietet 4.700 Quadratmeter Platz, ein Badehaus und einen Pool. Jetzt steht eine Luxusvilla in Bayern zum Verkauf.
Eine Luxusvilla am Tegernsee in Bayern wird aktuell für 25 Millionen Euro angeboten. Nach Angaben des „Münchner Merkur“ wäre sie damit das teuerste Haus Deutschlands. Der Insolvenzverwalter Ulrich Cramer hat diese Summe für das Anwesen aufgerufen, das der russische Milliardär Alisher Usmanow jahrelang als Feriendomizil nutzte. Zuletzt habe Usmanow die Villa für 77.000 Euro pro Woche gemietet, berichtete Cramer.
Usmanow verließ die 4.700 Quadratmeter große Villa hastig am 28. Februar 2022, vier Tage nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine. Kurz darauf wurde er als „Putins besonders favorisierter Oligarch“ auf die EU-Sanktionsliste gesetzt, hieß es weiter. Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt aktuell gegen ihn wegen Verdachts der Steuerhinterziehung.
Die Villa, die über vier Schlaf- und Badezimmer, ein Badehaus sowie einen 20 Meter langen Pool verfügt, gehört der insolventen Firma Tegernsee (IOM) Limited, einer Briefkastenfirma mit Sitz im Steuerparadies Isle of Man. Diese sei laut Cramer zahlungsunfähig, „weil das Vermögen der Schuldnerin im Wesentlichen aus Immobilienvermögen besteht, welches naturgemäß nicht geeignet ist, fällige Verbindlichkeiten zu begleichen“, sagte er dem „Münchner Merkur“.
Die Luxusvilla soll nun „diskret im Rahmen einer Secret-Sales-Vermarktung“ angeboten werden.
Gegen den Milliardär Usmanow laufen diverse Verfahren. Die EU hatte ihn 2022 auf die Sanktionsliste gesetzt und Teile seines Vermögens beschlagnahmt. „Er hat die Politik der russischen Regierung zur Destabilisierung der Ukraine aktiv unterstützt“, heißt es in der Sanktionsentscheidung der EU. Der 70-Jährige mit Firmenbeteiligungen in verschiedenen Branchen sei einer der führenden Geschäftsleute, die vom russischen Präsidenten Wladimir Putin besonders favorisiert werden würden.
Usmanow legte Berufung gegen die Sanktionen ein, die gegen ihn verhängt wurden. Der Europäische Gerichtshof lehnte die Berufung jedoch ab. Usmanow bleibt unter EU-Sanktionen, so die Entscheidung des Gerichts im Februar 2024.
Die Frankfurter Staatsanwaltschaft stellte ihr Verfahren wegen Geldwäsche gegen den Milliardär unterdessen gegen die Zahlung einer Auflage von vier Millionen Euro im vergangenen November ein. 1,5 Millionen Euro seien an mehrere gemeinnützige Einrichtungen, 2,5 Millionen Euro an die Staatskasse zu zahlen, teilte Oberstaatsanwalt Georg Ungefuk damals mit. Berücksichtigt habe man bei der Entscheidung, dass durch die vorgeworfenen Taten weder der Bundesrepublik und dem Land Hessen noch jemand anders im Inland ein finanzieller Schaden entstanden sei und die mutmaßlichen Straftaten bereits längere Zeit zurücklägen.
Der Milliardär, dessen Vermögen „Forbes“ nach der Einführung der Sanktionen auf 11,5 Milliarden Dollar geschätzt hat, versucht immer wieder gegen Berichte vorzugehen, die ihm eine Nähe zu Putin zuschreiben. Das amerikanische Magazin „Forbes“ musste so einen am 2. Februar 2022 veröffentlichten Artikel ändern, nachdem Usmanow geklagt hatte und sich vor dem Landgericht Hamburg durchsetzen konnte.












