Flüssigerdgas
LNG-Anteil wächst trotz Iran-Konflikt – aber es gibt einen Haken
Aktualisiert am 04.07.2026 – 08:41 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Anteil des Erdgases, das per Schiff an deutschen Küsten angeliefert wird, steigt weiter. Aber ganz ohne Auswirkungen bleibt der Iran-Konflikt nicht.
Trotz des Iran-Kriegs ist der Anteil des über die deutschen LNG-Terminals eingeführten Erdgases am Gesamtimport weiter gestiegen. Nach Zahlen der Bundesnetzagentur (BNetzA) kamen im ersten Halbjahr rund 12 Prozent über die Terminals an Nord- und Ostsee. 2025 lag der Anteil früheren Angaben zufolge bei rund 10 und 2024 bei 8 Prozent.
Insgesamt wurden laut BNetzA rund 551 Terawattstunden (TWh) Gas importiert. Als verflüssigtes Erdgas (LNG) per Schiff kamen demnach rund 67 Terawattstunden an. Im ersten Halbjahr 2025 waren es laut früheren BNetzA-Angaben rund 39 Terawattstunden (von rund 491 TWh Gesamtimporten).
Der Iran-Konflikt hatte die LNG-Produktion in Katar und den Handelsweg durch die Straße von Hormus stark gedrosselt. Durch die Meerenge werden normalerweise 20 Prozent des weltweiten Flüssigerdgases transportiert.
Iran-Konflikt teils mit Auswirkungen auf deutsche Terminals
Die BNetzA erklärte aber: „Gas vom Persischen Golf spielt für die deutsche Versorgung keine wesentliche Rolle, da Deutschland seine LNG-Lieferungen aktuell aus den USA bezieht.“ Trotz der Ausfälle der insbesondere katarischen LNG-Mengen habe zudem die weltweite LNG-Verflüssigungsmenge im Mai 2026 bereits wieder das Vorjahresniveau erreicht beziehungsweise sogar leicht übertroffen.

Ganz ohne Folgen bleibt der Konflikt für die hiesigen Terminals aber dennoch nicht. „Seit der Beeinträchtigung der Schifffahrt im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten gab es im internationalen LNG-Handel tiefgreifende Veränderungen“, sagte etwa ein Sprecher der Deutschen Regas, die das Rügener LNG-Terminal in Mukran betreibt. „Internationale Gashändler haben für Europa vorgesehene Lieferungen nach Asien umgeleitet.“ Davon sei auch das eigene Terminal betroffen gewesen.
Die bundeseigene Deutsche Energy Terminal Gesellschaft (DET) betreibt inzwischen drei Terminals an der Nordseeküste: zwei in Wilhelmshaven und eines in Brunsbüttel. Über alle drei Terminals gerechnet lag die Auslastung laut DET im ersten Halbjahr bei rund 72 Prozent und damit höher als im ersten Halbjahr 2025 (rund 63 Prozent). Nur sehr wenige Lieferungen seien infolge der Konkurrenz mit dem asiatischen Markt abgesagt worden.
Betreiber bauen Kapazität aus
Nachdem das deutsche Ostsee-Terminal zeitweise jenes mit der größten Einspeisung war, verzeichneten im ersten Halbjahr die Nordsee-Terminals jeweils eine höhere Einspeisung. Das geht aus Daten von Europas Gasinfrastruktur-Betreibern (GIE) hervor, auf die auch die BNetzA verweist.











