
Mehr als eine halbe Milliarde Euro
Bundeswehr bestellt Kamikaze-Drohnen in Deutschland
Aktualisiert am 10.02.2026 – 11:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Deutschland rüstet seine Streitkräfte mit moderner Kampftechnologie auf. Für die Litauen-Brigade der Bundeswehr sollen Kamikazedrohnen von zwei deutschen Start-ups beschafft werden.
Die Bundeswehr will für eine erste Tranche neuer Kampfdrohnen rund 536 Millionen Euro ausgeben. Die Rahmenverträge für den Kauf mit einem Gesamtvolumen von mehr als 4,3 Milliarden Euro sollen mit den deutschen Firmen Helsing und Stark geschlossen werden, wie aus zwei Vorlagen des Finanzministeriums für den Haushaltsausschuss des Bundestages hervorgeht, die der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag vorlagen. Der Haushaltsausschuss soll dem Geschäft in Kürze zustimmen, was als sicher gilt. Zunächst hatte der „Spiegel“ berichtet.
Wie aus den zwei Vorlagen an den Bundestag hervorgeht, handelt es sich um lenkbare Drohnen mit Sprengköpfen, die zunächst ohne festes Ziel gestartet werden und über dem Einsatzgebiet kreisen. Ein Soldat am Boden weist ihnen dann ein konkretes Ziel zu.
Die neuen Waffensysteme sollen laut dem als Verschlusssache eingestuften Papier an die Panzerbrigade 45 gehen, die Deutschland derzeit in Litauen aufbaut. Die Brigade gilt als zentraler Beitrag zur Sicherung der Nato-Ostflanke und soll bis 2027 vollständig einsatzbereit sein. Die Drohnen sollen ihre Kampfkraft deutlich erhöhen.
Bestellt werden sollen zwei unterschiedliche Drohnentypen. Das größere Modell mit dem Namen „Virtus“ stammt von Stark Defence. Nach Angaben des Unternehmens ist die Drohne 1,80 Meter lang, wiegt rund 30 Kilogramm und kann mit verschiedenen Sprengköpfen ausgerüstet werden. Bei Tests habe sie unter kontrollierten Bedingungen mehr als 80 Zentimeter Panzerstahl durchschlagen, berichtete die Firma. Die Drohne kann senkrecht starten und benötigt weder Katapult noch Startrampe.
Das zweite System, die HX-2 des Unternehmens Helsing, ist kompakter und leichter. Sie startet von einem Katapult und wurde nach Angaben des Herstellers bereits in der Ukraine getestet. Beide Drohnen können nach Herstellerangaben Geschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometern pro Stunde erreichen und sollen mithilfe von KI-Systemen gegen elektronische Störmaßnahmen wie Jamming abgesichert sein. Herstellerangaben zufolge ist bei jedem Angriff jedoch eine menschliche Entscheidung vorgesehen.
Die Beschaffung erfolgt für Bundeswehr-Verhältnisse ungewöhnlich schnell. Bereits bis Ende 2026 sollen die ersten Systeme geliefert werden. Um den engen Zeitplan einzuhalten, hat die Truppe ihre bisherigen Beschaffungsabläufe deutlich vereinfacht. Nach Angaben aus Militärkreisen könnte dieses Vorgehen Vorbild für weitere Rüstungsprojekte werden.











