Österreichisches Modell
Reiche: Spritpreis-Änderung nur noch einmal täglich
Aktualisiert am 11.03.2026 – 12:14 UhrLesedauer: 4 Min.
Der Krieg gegen den Iran zieht wirtschaftlich weite Kreise. Jetzt reagiert die Bundesregierung auf Preissprünge beim Kraftstoff und will ein neues Modell einführen.
Deutschland wird sich an einer international koordinierten Freigabe von Erdöl und Öl-Produkten aus nationalen Reserven beteiligen, um die Preisanstiege an den internationalen Märkten seit Beginn des Iran-Krieges zu dämpfen. Dies kündigte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) am Mittwoch in Berlin an.
Die raschen Preiserhöhungen direkt nach Kriegsbeginn und die besonders starken Steigerungen an deutschen Zapfsäulen hatten für Verärgerung gesorgt. Zudem seien die mehrfachen, täglichen Preisänderungen für die Autofahrer instransparent. Besonders die SPD hatte daher eine solche Regelung wie in Österreich gefordert. Auch die Union hatte sich zuletzt offen dafür gezeigt.
In Österreich dürfen nur einmal am Tag, um 12 Uhr, Preise angehoben werden. Gesenkt werden dürfen sie aber immer. Diese Regelung wurde bereits 2011 eingeführt. Jetzt will Österreich Erhöhungen zudem nur noch dreimal die Woche erlauben, um die extremen Preisschwankungen abzufedern.
Zudem gibt Deutschland nach dpa-Informationen einen Teil der nationalen Ölreserven frei. Hintergrund sind die wegen des Iran-Kriegs deutlich gestiegenen Öl- und Spritpreise. Die G7-Staaten hatten deshalb über eine Freigabe von Reserven beraten. Mit dem Schritt erhofft man sich eine Beruhigung der Märkte und dass der durch den Krieg ausgelöste rasante Ölpreisanstieg abgefedert wird.
Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte am Dienstag wegen der angespannten Lage an den Ölmärkten eine Sondersitzung abgehalten. Es gehe darum, die aktuelle Versorgungssicherheit und die Marktbedingungen zu beurteilen, was Einfluss auf eine anschließende Entscheidung über die mögliche Freigabe von nationalen Ölreserven habe, hieß es von der IEA. Agenturchef Fatih Birol habe das Treffen mit den Regierungen der IEA-Mitgliedstaaten einberufen.
Wie das Handelsblatt aus Regierungskreisen erfuhr, schlägt die IEA ihren Mitgliedstaaten nun eine Freigabe von bis zu 400 Millionen Barrel Rohöl vor. Das würde die bisherige Höchstmenge von 182 Millionen Barrel zu Beginn des Ukrainekriegs deutlich übertreffen. 400 Millionen Barrel entsprächen in etwa der Menge, die vor dem Krieg innerhalb von 20 Tagen durch die Straße von Hormus transportiert wurde. Weiter hieß es, dass 19,5 Millionen davon aus den deutschen Reserven kommen sollen. Das wäre rund ein Fünftel der Vorräte hierzulande.
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