
„Schnauze voll“
Betreiberin von Mallorca-Supermarkt gibt auf – und wütet
24.01.2026 – 10:43 UhrLesedauer: 2 Min.
Immer wieder gibt es Vorwürfe gegen einen deutschen Supermarkt auf Mallorca. Jetzt zieht seine Betreiberin Konsequenzen – und teilt aus.
Ein deutscher Supermarkt an der Playa de Palma auf Mallorca steht offenbar vor dem Aus: Der vielen Urlaubern bekannte „SAM“-Supermarkt soll noch in diesem Jahr schließen, wie Betreiberin Silla Voigt der „Mallorca Zeitung“ sagte. „Ich habe die Schnauze voll“, begründete sie ihre Entscheidung. Spätestens im letzten Quartal des Jahres solle der Betrieb aufgegeben werden.
Sie habe in den vergangenen Jahren immer wieder Beschimpfungen und Vorwürfe von Kunden über sich ergehen lassen müssen, ergänzte Voigt. „Ich möchte endlich wieder in Ruhe leben“, so die Betreiberin.
Das Fass zum Überlaufen brachte ihren Angaben zufolge ein Kunde, der sich erst kürzlich in mallorquinischen Medien über eine Packung verschimmelte Schnittwurst beschwert hatte. Voigt habe sich dafür entschuldigt und dem Kunden eine Entschädigung angeboten. „Doch er hat mich zehn Minuten lang beschimpft und aufs Übelste beleidigt“, berichtete Voigt.
Für die Mitarbeiter kommt die Entscheidung, den Supermarkt zu schließen, offenbar überraschend. Dem „Mallorca Magazin“ sagten mehrere Angestellte, konkrete Schließungspläne seien ihnen bislang nicht kommuniziert worden. Man habe durch die Medien davon erfahren.
Gegen den Supermarkt hatte es in der Vergangenheit wiederholt Anschuldigungen wegen offenbar nicht mehr frischer Ware gegeben. Mehrere Kunden berichteten in Online-Bewertungen von Produkten, die teils seit Monaten abgelaufen seien.
Der deutsche Supermarkt „SAM“ besteht seit 2007 und gilt sowohl bei Urlaubern als auch bei Auswanderern als feste Anlaufstelle für Lebensmittel aus der Heimat. Auf Facebook zeigten sich viele Kunden entsprechend enttäuscht: „Oh nein. Harzer Käse, Schupfnudeln, Spätzle – wo soll ich die herbekommen?“, fragte etwa ein Nutzer. Und ein anderer schrieb: „Schade. Ich habe die immer freundlich empfunden, auch zu Kindern insbesondere. Noch ein richtiger Kaufladen.“











