
Wegen Bürgerkrieg
Rund ein Dutzend deutsche Touristen sitzt im Inselparadies fest
08.01.2026 – 11:54 UhrLesedauer: 2 Min.

Im Jemen tobt seit 2004 ein Bürgerkrieg. Nun geraten Touristen auf einer paradiesischen Insel des gemarterten Landes in eine Notlage, darunter sind auch Deutsche.
Jetzt ist es Gewissheit. Unter den Hunderten Touristen, die seit Tagen auf der zum Jemen gehörenden Insel Socotra im Indischen Ozean festsitzen, sind auch Deutsche. „Dem Auswärtigen Amt sind die Medienberichte und die Situation bekannt. Nach unserem Kenntnisstand befindet sich eine niedrige zweistellige Zahl deutscher Staatsangehöriger auf Sokotra“, heißt es von dem Ministerium. „Wir stehen im engen Austausch mit unserer zuständigen Botschaft in Riad, die mit den deutschen Staatsangehörigen Kontakt hält.“
Mit ein wenig Glück können die Deutschen bald ausgeflogen werden. Das jemenitische Außenministerium habe eine kommerzielle Airline mit einem ersten Flug von Sokotra nach Dschidda (Saudi-Arabien) beauftragt, heißt es vom Auswärtigen Amt weiter.
Am gestrigen Mittwoch hatte CNN berichtet, dass Amerikaner sowie „westliche Touristen“ auf der Insel gestrandet seien, nachdem Einreisehäfen und Flughäfen geschlossen und der gesamte Verkehr zur Insel eingestellt worden sei. Grund sind militärische Auseinandersetzungen im Süden Jemens, die nun auch Socotra erreicht haben.
Ein US-Bürger sagte CNN, dass alle Touristen körperlich sicher und wohlauf seien, jedoch nicht wüssten, wann sie nach Hause zurückkehren können. „Es gibt viele Touristen“, wird der Mann zitiert. Seine Reisegruppe habe begonnen, mit anderen in benachbarten Camps Kontakt aufzunehmen. „Hier gibt es alle möglichen Westler. Es sind Hunderte.“
Die Reiseagentur Rocky Road Travel mit Sitz in Berlin teilte CNN mit, dass mindestens 14 ihrer Kunden festsitzen. Man habe die US-Botschaften in Abu Dhabi und Riad sowie mehrere europäische Missionen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) und Saudi-Arabien um Hilfe gebeten. Eine t-online-Anfrage bei Rocky Road Travel bezüglich deutscher Urlauber blieb bislang unbeantwortet.
Socotra liegt zwischen dem Golf von Aden, dem Guardafui-Kanal und dem Arabischen Meer. Die Insel ist bekannt für ihre einzigartige Biodiversität und zählt zum Unesco-Weltkulturerbe. Zudem hat sie sich zu einem regionalen Zentrum für Abenteuertourismus entwickelt, insbesondere für Urlauber, die aus den nahegelegenen Emiraten anreisen. Besucher können dramatische Klippen, unberührte weiße Sandstrände und exotische Flora wie den Drachenblutbaum erwarten.
Durch ihre Entfernung zum Festland wurde Socotra vor den schlimmsten Auswirkungen des langjährigen Konflikts im Jemen verschont. Doch die regionalen Spannungen, die vergangene Woche in saudischen Luftangriffen auf eine Lieferung aus den VAE im Jemen gipfelten, haben nun Auswirkungen auf das Inselparadies.










