
Mutter und Kinder in Türkei beigesetzt
„Keine Überlebenschance“: Angehöriger macht traurige Aussage
Aktualisiert am 15.11.2025 – 16:40 UhrLesedauer: 2 Min.
Der Türkei-Urlaub einer Hamburger Familie endet im tödlichen Drama, Angehörige fordern Aufklärung. Der Vater kämpft noch um sein Leben, doch die Hoffnungen schwinden.
Die Mutter und ihre beiden Kinder, die im Türkei-Urlaub gestorben sind, sind am Samstag in der Türkei beigesetzt worden. Sie seien in einem Ort in der westtürkischen Provinz Afyonkarahisar beerdigt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu.
Als Todesursache wird weiterhin eine Lebensmittelvergiftung für möglich gehalten, doch auch andere Ursachen werden nicht ausgeschlossen. Der Vater der Familie wird weiter auf einer Intensivstation in Istanbul behandelt. Laut dem Sender CNN Türk sieht der Onkel des Vaters allerdings nur noch geringe Überlebenschancen: „Mein Neffe stirbt auch. Er hat keine Überlebenschance“, sagte er.
Am Samstag geriet das Hotel, in dem die Familie untergekommen war, zunehmend in den Fokus der Ermittler: Zwei weitere Hotelgäste kamen mit Vergiftungserscheinungen in Krankenhäuser.
Einer der Besitzer des Hotels sagte dem Sender CNN Türk auf eine mögliche Lebensmittelvergiftung angesprochen, das Hotel habe kein Restaurant, es gebe lediglich Wasser. Ermittler nahmen Anadolu zufolge vor Ort Trinkwasser-Proben und werteten die Überwachungskameras aus. Es sei zudem festgestellt worden, dass ein Zimmer im Erdgeschoss mit Chemikalien desinfiziert worden sei.
Die Familie mit türkischen Wurzeln war am Sonntag nach Istanbul gereist. Am Dienstag fuhren sie in den Stadtteil Ortaköy. Dort aßen sie bei einem fliegenden Händler gefüllte Muscheln und in einem anderen Laden Suppe und Kokorec. Auf dem Rückweg zum Hotel kauften sie noch türkische Süßigkeiten und Wasser.
Am Mittwoch wurde die Familie zunächst mit Übelkeit und Erbrechen in ein Krankenhaus eingeliefert. Die Eltern wurden mit Durchfall und Gastroenteritis diagnostiziert und behandelt, während die Kinder – ein sechsjähriger Junge und ein dreijähriges Mädchen – in einer anderen Klinik versorgt und später wieder entlassen wurden.
Zunächst hatten die Ermittler den Fokus auf mehrere fliegende Händler gelegt, die Streetfood angeboten hatten. Ein Laden im betroffenen Stadtteil wurde geschlossen. „Der Betrieb, von dem angenommen wird, dass er den Vorfall verursacht hat, wurde von den zuständigen Einheiten unserer Gemeinde zum Schutz der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit auf unbestimmte Zeit versiegelt“, zitierte die Zeitung „Cumhuriyet“ die Stadtteilverwaltung. Doch was tatsächlich die Ursache für den Tod von Mutter und Kindern ist, bleibt weiter unklar.
Der Onkel des Vaters sagte Anadolu, er sei zutiefst betroffen und forderte, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden. „Wer auch immer das getan hat, muss bestraft werden“, sagte er.










