
Immer weiter ins Abseits
Automarkt 2026: Finstere Prognose für Deutschlands Konzerne
15.12.2025 – 13:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Während die deutsche Autoindustrie mit sinkender Produktion kämpft, wächst Asien immer weiter. Wie lange können unsere Hersteller noch mithalten? Und warum entscheidet China über Erfolg oder Misserfolg?
Die deutsche Autoproduktion wird auch 2026 weiter zurückgehen. Viele Hersteller verlagern Fertigungskapazitäten in die USA, unter anderem als Reaktion auf frühere Trump-Zölle. Ferdinand Dudenhöffer, Direktor des Center Automotive Research (CAR) in Bochum, schätzt: Die Zahl der Beschäftigten in deutschen Werken könnte von rund 720.000 auf deutlich unter 700.000 sinken; für 2027 rechnet der Experte mit nur noch 650.000 Mitarbeitern.
Im globalen Vergleich verlieren Deutschland und Europa an Bedeutung. „Das Wachstum findet in Asien statt, und die asiatischen Autobauer aus Japan, Korea und China dominieren zunehmend das Autogeschäft“, schreibt Dudenhöffer. Auf den Kontinent entfallen aktuell rund 60 Prozent des Weltmarkts. China allein verkauft 24,3 Millionen Pkw und produziert 30 Millionen Fahrzeuge, das entspricht 36,6 Prozent der globalen Produktion. Europa kommt nur auf 15 Prozent.
Dudenhöffer rechnet für 2026 auf dem deutschen Markt mit einem leichten Wachstum von rund zwei Prozent auf knapp 2,9 Millionen verkaufte Fahrzeuge – vor allem dank neuer Fördermittel für Elektroautos. Danach werde die Nachfrage wieder stagnieren. Trotz der rückläufigen Produktion bleibt Deutschland die fünftgrößte Automobilnation nach China, den USA, Indien und Japan.
Die Zukunft deutscher Hersteller hängt stark vom chinesischen Markt ab. Nach dem Vorbild von VW müssten sie Elektroautos „in China für China“ entwickeln und produzieren. Die Aufweichung des Verbrenner-Aus für 2035 kritisiert der Experte: Man könne sich nicht von der Entwicklung abkoppeln, sondern müsse sich dem Wettbewerb auf dem harten chinesischen Markt stellen. „Wer nicht in China ist, ist nicht im Autogeschäft.“











