
Das sind die Top-3-Faktoren
Neuer Report: Immer mehr Deutsche fühlen sich gestresst
27.11.2025 – 11:36 UhrLesedauer: 3 Min.
Termindruck, Krisen, Reizüberflutung: Der Stress in Deutschland nimmt zu und betrifft längst nicht mehr nur Berufstätige. Besonders eine Gruppe fühlt sich stark belastet.
Fast jeder dritte Erwachsene in Deutschland (31 Prozent) fühlt sich häufig gestresst. Nur acht Prozent empfinden eigenen Angaben zufolge gar keinen Stress. Das zeigt der aktuelle Stressreport 2025 der Techniker Krankenkasse. 35 Prozent geben demnach an, manchmal gestresst zu sein, bei 26 Prozent ist das selten der Fall.
Rund drei von fünf Erwachsenen in Deutschland empfinden das Leben heute stressiger als noch vor 15 oder 20 Jahren. Demnach teilen 57 Prozent der Befragten die Auffassung, dass die Belastung gestiegen ist.
40 Prozent geben an, dass heute einfach mehr über Stress gesprochen werde. Menschen zwischen 40 und 59 Jahren haben im Vergleich zu Menschen zwischen 18 und 39 Jahren öfter den Eindruck, dass sie mehr Stress haben als früher (63 Prozent gegenüber 53).
Vor allem Frauen fühlen sich belastet: 71 Prozent von ihnen geben an, regelmäßig gestresst zu sein, bei den Männern sind es 60 Prozent. Noch größer ist der Unterschied bei jungen Menschen: In der Altersgruppe von 18 bis 39 Jahren liegt der Anteil der Gestressten bei 83 Prozent. Menschen ab 60 berichten deutlich seltener von Stress (38 Prozent).
Stressfaktor Nummer eins ist laut dem Report der hohe Anspruch an sich selbst. Das geben 61 Prozent der Befragten an, gefolgt von Schule, Studium oder Beruf (58 Prozent). An dritter Stelle steht Stress durch politische und gesellschaftliche Probleme (53 Prozent). Hier sind es vor allem Kriege und internationale Konflikte, die die Menschen belasten. 62 Prozent der gestressten Befragten geben an, dass sie sich stark oder sehr stark davon belastet fühlen.
Die Daten zeigen auch Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Frauen setzen sich häufiger selbst unter Druck (68 Prozent gegenüber 51 Prozent bei den Männern). Männer hingegen empfinden Arbeit oder Ausbildung häufiger als Hauptstressquelle (65 Prozent gegenüber 53 Prozent). Frauen sind zudem stärker durch Sorgearbeit belastet, etwa bei der Pflege von Angehörigen oder der Erziehung von Kindern.
„Bis zu einem gewissen Grad gehört Stress zum Leben dazu“, erklärt TK-Chef Jens Baas. „Chronischer Stress jedoch erhöht das Risiko für bestimmte psychische und physische Krankheiten, wie Herz-Kreislauf-Probleme, Rückenschmerzen oder Depressionen.“
„Wir sind evolutionspsychologisch nicht dafür gemacht, uns den ganzen Tag mit den Krisen des gesamten Planeten auseinanderzusetzen“, erklärt Psychologin Judith Mangelsdorf, Professorin für Positive Psychologie an der Deutschen Hochschule für Gesundheit und Sport in Berlin. Es sei daher wichtig zu lernen, gezielt zu steuern, wann und wie oft man sich über die weltpolitische Lage informiere, um sich nicht zu überfordern. „Zum Beispiel, indem wir uns digitale Detox-Zeiten nehmen und nicht im Fünfminutentakt die Nachrichten checken.“











