„In hohem Maße unseriös“
Deutsche Bahn kritisiert Dunja Hayalis Doku – ZDF reagiert
24.07.2026 – 17:20 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Deutsche Bahn fühlt sich von einer ZDF-Doku von Dunja Hayali vor den Kopf gestoßen und beschwerte sich. Der Sender nimmt Änderungen vor.
Dunja Hayali wollte wissen, warum die Deutsche Bahn so oft im Argen liegt. Für ihre ZDF-Reportage „Unsere Bahn: geliebt, verflucht – und gefährlich?“ sammelte sie Erfahrungsberichte von Reisenden und suchte gemeinsam mit Co-Autor Sebastian Bellwinkel nach Ursachen. Doch die Schlussfolgerungen des Films stoßen beim Konzern auf Widerspruch.
In einer Pressemitteilung hat die Deutsche Bahn die Reportage scharf kritisiert. „Dieser Film basiert in weiten Teilen rein auf Behauptungen und Meinungen und klammert entscheidende Fakten bewusst aus“, heißt es etwa. Teile der Reportage bezeichnete die Deutsche Bahn als „in hohem Maße unseriös“.
Konkret wirft die Deutsche Bahn dem Film vor, die Leistungen der Mitarbeiter würden „in keiner Weise gewürdigt“. Statt einer sachlichen Aufarbeitung sei ein „Zerrbild für die Zuschauenden“ entstanden.
- „Sie mag meinen Sturkopf“: Das ist die bekannte Ex von ZDF-Star Dunja Hayali
Besonders den Vergleich mit Belgien kritisiert der Konzern. In der Reportage führt Hayali das Nachbarland als Vorbild an: Dort seien die Züge zu 92 Prozent pünktlich, die Deutsche Bahn komme nur auf 60 Prozent. Außerdem sei das belgische Bahnnetz innerhalb von zehn Jahren modernisiert worden.
Die Deutsche Bahn hält diesen Vergleich für methodisch falsch und fasst es so zusammen: „Hier werden Kirschen mit Kürbissen verglichen.“ Die belgische Pünktlichkeitsquote umfasse sämtliche Zugverkehre, darunter überwiegend Nahverkehrszüge auf einem Netz von „gerade einmal einem Fünftel des deutschen Schienennetzes“.
Beim reinen Personenverkehr liege die Deutsche Bahn mit 88 Prozent im Jahr 2025 auf einem annähernd gleichen Niveau. Diese Information bleibe der Film schuldig. Auch Fortschritte bei der Sanierung der Schieneninfrastruktur sowie der Ausbau digitaler Stellwerke seien im Film nicht erwähnt worden.
ZDF verteidigt Hayali-Doku – doch nimmt Änderungen vor
Das ZDF hat auf die Kritik reagiert und widerspricht grundsätzlich. „Die Dokumentation ist journalistisch sorgfältig recherchiert und bildet verschiedene Perspektiven umfassend ab“, heißt es in dem Statement.
Dennoch nahm der Sender zwei Korrekturen vor. In einer Grafik war die Zahl der digitalen Stellwerke in Deutschland mit null angegeben worden, tatsächlich gibt es bereits drei. Beim Belgien-Vergleich ergänzte das ZDF zudem den Hinweis, dass sich die genannte Pünktlichkeitsquote nicht nur auf den Fernverkehr, sondern auf den gesamten Personenverkehr bezieht.












