
„Passt nicht in die Zeit“
Deutsche Bahn stoppt Image-Kampagne
08.02.2026 – 07:26 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Werbekampagneserie „Boah, Bahn!“ wird 2026 nicht fortgesetzt. SPD-Politiker und Bahngewerkschaft fordern stattdessen massive Investitionen in den Schutz der Mitarbeiter.
Die Deutsche Bahn hat das Ende ihrer Imagekampagne mit Komikerin Anke Engelke bestätigt. Die Webserie „Boah, Bahn!“ werde 2026 nicht fortgesetzt, teilte das Unternehmen mit. „Eine Fortsetzung der Kampagne passt nicht in die Zeit“, hieß es auf Anfrage.
Die im Oktober 2025 gestartete Webserie zeigt drei- bis vierminütige Episoden aus dem Alltag des Zugpersonals. Anke Engelke spielt darin die Hauptrolle der Zugchefin Tina. Die Bahn veröffentlichte die Folgen auf ihren Social-Media-Kanälen.
Der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion im Bundestag, Sebastian Fiedler, kritisiert die Ausgaben für die Kampagne scharf. „Für dieses Geld hätten mindestens 100 zusätzliche Sicherheitskräfte ein Jahr lang bezahlt werden können“, sagte Fiedler der „Bild am Sonntag“. Das Thema werde im Innen- und Verkehrsausschuss des Bundestags ein Nachspiel haben.
Der Vorsitzende der Bahngewerkschaft EVG, Martin Burkert, fragt laut „Bild am Sonntag“ mit Blick auf die Kosten, „ob nicht die Sanierung aller Pausenräume oder eine flächendeckende Ausstattung mit Bodycams die bessere Liebeserklärung gewesen wäre“.
Hintergrund der Kritik ist die Tötung eines Zugbegleiters. Er kontrollierte im Regionalverkehr Fahrkarten. Ein Fahrgast ohne Ticket verletzte ihn schwer. Der Zugbegleiter verstarb kurz danach.
Zahlreiche Mitarbeiter der bundeseigenen Deutschen Bahn wurden nach Angaben des Bundes bereits Opfer von Straftaten. Die EVG fordert seit Jahren mehr Schutz für das Bahnpersonal.
Die Deutsche Bahn machte keine Angaben zu den Kosten der Mini-Serie. Das Unternehmen verwies darauf, dass Informationen zu Werbeausgaben Betriebs- und Geschäftsgeheimnisse seien. Das Budget bewege sich im Rahmen vergleichbarer Werbekampagnen in der Branche.










