Gewaltausbruch

Der Abend der Krawalle in Frankfurt

Aktualisiert am 01.11.2026 – 01:16 UhrLesedauer: 3 Min.

Randalierer schlagen auf die Schaufensterscheiben ein. (Quelle: Boris Roessler/dpa/dpa-bilder)

Steine gegen Polizisten, Plünderungen und Wasserwerfer: Wie konnte die Lage in Frankfurt nach einer großen Demonstration derart eskalieren?

Wie von Sinnen treten und schlagen die jungen Männer gegen die Schaufensterscheiben der Geschäfte. Glas splittert, aufgeregte Stimme hallen durch die Nacht. Einer nutzt ein ausgerissenes Verkehrsschild, um die Scheibe zu zerstören, ein anderer einen Pflasterstein.

Es sind schockierende Szenen, die am Samstagabend in Frankfurt zu beobachten sind. Szenen von roher Gewalt und von Plünderungen. Als die Scheibe eines Geschäftes durchbrochen ist, dringen mehrere der dunkel gekleideten und teils vermummten Männer in den Laden ein. Sie nehmen sich Turnschuhe und andere Dinge, die sie auf die Schnelle greifen können, dann verschwinden sie schnell wieder in der Dunkelheit. Auch in einem Waffenladen greifen sie zu – die Polizei stellt später zwei Waffen sicher.

Auch ein Waffengeschäft wird geplündert. (Quelle: Andreas Arnold/dpa/dpa-bilder)

An anderer Stelle in der Frankfurter Innenstadt liegen Absperrgitter für Baustellen auf der Straße, Randalierer zünden Müll an, Böller fliegen gegen einen Wasserwerfer der Polizei, die mühsam versucht, die Lage wieder in den Griff zu bekommen. Schließlich sperren die Beamten die Zeil, eine der belebtesten Einkaufsstraßen in Deutschland, kurzerhand ab, um für Ruhe zu sorgen. Auch das Spezialeinsatzkommando (SEK) wird alarmiert.

Bilder in Frankfurt wie in Frankreich

Lange war in Deutschland diskutiert worden, ob auch hierzulande Zustände denkbar sind wie jüngst in Frankreich. Dort war es am Rande von Sozialprotesten zu schweren Ausschreitungen gekommen, Geschäfte wurden geplündert, es herrschte Entsetzen darüber, wie sich die Gewalt so entladen konnte.

Und nun diese Bilder aus Frankfurt. Die große Frage lautet: Wie konnte es dazu kommen? Und was haben die Krawallmacher mit der vorherigen Demo junger Menschen zu tun, die eigentlich auf soziale Missstände aufmerksam machen wollten?

Randalierer schlagen auf die Schaufensterscheiben ein. (Quelle: Boris Roessler/dpa/dpa-bilder)

Alles hatte so friedlich begonnen. Hunderte Jugendliche – überwiegend Schüler und Studierende – versammelten sich an der Weseler Werft am Mainufer. Ihnen ging es um Bildung, soziale Gerechtigkeit, Frieden. Neben „Gen Z regelt“ hatten sich andere Gruppen angeschlossen, die auf der Bühne für ihre Anliegen warben. Bunte Kostüme und selbst gemachte Plakate bestimmten das Bild.

Vermummte mit Pyrotechnik

Einzelne waren auch da schon vermummt. Der Start des Demozugs verzögerte sich, weil die Polizei darauf drang, dass die Masken verschwinden. Als es endlich losging, liefen in der Spitze 8.000 bis 9.000 überwiegend junge Menschen mit. Auf ihren Plakaten stand „Kein Geld für Bildung. Aber für Waffen?“, „Wehrpflicht ab 67“ oder „Milliardäre verschmutzen das Stadtbild“.

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