Demonstrationen

Plünderungen und Gewalt überschatten Gen-Z-Demonstrationen

Aktualisiert am 31.10.2026 – 22:46 UhrLesedauer: 3 Min.

Zwei Männer stehlen durch die eingeschlagene Scheibe eines Waffengeschäft eine Waffe. (Quelle: Andreas Arnold/dpa/dpa-bilder)

Zehntausende Menschen gehen bei Jugendprotesten auf die Straße. Anfangs bleibt es friedlich. Doch das ändert sich vor allem in Frankfurt und Köln – es kommt bei Dunkelheit zu schlimmen Szenen.

Plünderungen, Molotowcocktails auf Polizisten und eingeschlagene Schaufensterscheiben: Nach einem zunächst friedlichen Protest Zehntausender junger Menschen ist es am Abend vor allem in Frankfurt und Köln zu gewalttätigen Szenen und heftigen Ausschreitungen gekommen.

In beiden Städten spitzte sich nach den „Gen Z regelt“-Protesten die Lage am Abend zu. In der Frankfurter Innenstadt beobachteten dpa-Reporter, wie mehrere Personen in Geschäfte eindrangen und Turnschuhe und andere Gegenstände stahlen. Auch ein Waffenfachgeschäft wurde attackiert.

Die Polizei sprach ebenfalls davon, dass an mehreren Läden Scheiben eingeschlagen wurden. „Es werden zudem Molotowcocktails auf Einsatzkräfte geworfen.“ Mehrere Personen wurden festgenommen. Beamte seien schnell vor Ort gewesen und hätten zwei Waffen sichergestellt, sagte ein Polizeisprecher. Um was für Waffen es sich handelte, sagte er nicht.

Die Frankfurter Polizei sperrte die Einkaufsstraße Zeil in der Innenstadt ab. „Alle unbeteiligten Personen, welche sich noch auf der Zeil befinden, können die Zeil verlassen. Ein Zutritt der Zeil ist ab jetzt nicht mehr möglich“, teilte die Polizei mit. Die Zeil ist eine der meistbesuchten Einkaufsstraßen in Deutschland und insgesamt mehr als einen Kilometer lang.

Fensterscheibe durch geworfenen E-Scooter zu Bruch gegangen

In Köln kam es auf der Domplatte nahe dem Hauptbahnhof zu Angriffen auf Polizisten. Flaschen wurden geworfen, Fahrräder flogen, ein Mensch erlitt Verletzungen. Randalierer wurden festgesetzt. Es gab nach Polizeiangaben fünf Ingewahrsamnahmen. In einer Nebenstraße ging demnach eine Fensterscheibe durch einen geworfenen E-Scooter zu Bruch. Eine Polizeisprecherin sprach von einem dynamischen Lagebild. Polizeikräfte wurden zusammengezogen.

Zuvor waren aus Berlin Flaschen-, Böller- und Eierwürfe und aus Hamburg brennende Barrikaden gemeldet worden. In einigen Städten setzte die Polizei Wasserwerfer ein. Auch in Hannover, Köln und Bremen gab es Zwischenfälle.

Vor allem die Szenen in Frankfurt erinnerten an Ereignisse in Frankreich. Im Nachbarland nahmen am Samstag 320.000 Menschen an Demonstrationszügen teil, davon 70.000 in Paris. Dem Innenministerium zufolge wurden landesweit bis 20.00 Uhr 511 Menschen festgenommen. In Paris und Lyon setzten Ordnungskräfte Tränengas ein.

Gen-Z-Sprecher: Nur der erste Schritt

Vor den abendlichen Ereignissen hatte die Initiative „Gen Z regelt“ ein positives Fazit der Jugendproteste am Nachmittag gezogen. „Was nach dem Ende der Kundgebungen passiert ist, darauf hatten wir keinen Einfluss“, sagte ein Sprecher vom Presseteam, der öffentlich nur unter seinem Vornamen Amadeo auftreten will. „Heute haben hunderttausend Menschen gezeigt, wofür sie auf die Straße gehen“, sagte Amadeo der Deutschen Presse-Agentur.

Zugleich betonte er, dass seine Initiative in drei Wochen wieder viele junge Menschen für Aktionen mobilisieren wolle. „Für uns ist das nur der erste Schritt. Wir wollen uns an den europaweiten Protesten am 20. November beteiligen.“

Polizeigewerkschaft zieht gemischte Bilanz

Die vorläufige Bilanz der Gewerkschaft der Polizei fiel vor den schweren Ausschreitungen in Frankfurt und Köln gemischt aus. Der Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf, sagte der „Rheinischen Post“ (online): „Die Proteste der Gen Z haben sich als sehr friedlich rausgestellt.“ Nach dem Ende der eigentlichen Veranstaltungen habe sich die Lage jedoch in einigen Städten zugespitzt.

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