
Wissenschaftliche Erkenntnisse
Das sind die typische Unfallmuster bei E-Scootern
16.01.2026 – 15:00 UhrLesedauer: 2 Min.
Eine Studie der TU München zeigt häufige Unfallgefahren bei E-Scootern. Was bedeuten die Erkenntnisse und wie können sich private Nutzer besser schützen?
E-Scooter sind praktisch, schnell und wendig. Da Fahrer keinerlei Knautschzone haben, sind sie im Straßenverkehr schutzlos ausgeliefert. Kommen jetzt riskante Fahrmanöver hinzu, steigt die Gefahr weiter. Auch die fehlende Helmpflicht ist ein Problem. Eine Hochschule in München hat ermittelt, dass hinter Unfällen bestimmte Muster stecken.
Eine aktuelle Analyse der Technischen Universität München (TUM) macht deutlich, dass schwere E-Scooter-Unfälle bestimmten Mustern folgen. Besonders häufig ereignen sie sich nachts und am Wochenende. Ein großer Teil der Betroffenen ist alkoholisiert. Laut Studie sind überwiegend Männer betroffen. Rund 78 Prozent der schwer Verletzten waren männlich, im Durchschnitt 44 Jahre alt.
Von 538 erfassten schweren Unfällen in drei Jahren endeten viele mit Kopf- und Gesichtsverletzungen, über 80 Prozent der Betroffenen benötigten intensivmedizinische Behandlung, 26 Menschen starben.
Die Daten legen nahe, dass mehrere gezielte Präventionsmaßnahmen das Unfallrisiko deutlich senken könnten. Dazu gehören eine stärkere Aufklärung über die Folgen von Kopfverletzungen – besonders für die Gruppen, die laut Studie besonders häufig betroffen sind – sowie verbindlichere Regeln für den nächtlichen Verleih.
Da Leih-Scooter digital gesteuert werden, wären technische Eingriffe wie reduzierte Maximalgeschwindigkeiten, eingeschränkte Verfügbarkeit in Risikozonen oder kurze Reaktionstests zur Abschreckung alkoholisierter Nutzer technisch problemlos umsetzbar.
Auch eine Helmpflicht wird von Forschenden als mögliche Option genannt, da vergleichbare Regelungen in anderen Ländern bereits zu einem Rückgang schwerer Verletzungen geführt haben.
Neben Alkohol, Dunkelheit und Wochenendfahrten zeigen Unfallanalysen weitere Risikofaktoren, die häufig unterschätzt werden:
Unfallforschung und Praxiserfahrungen zeigen, dass einfache Verhaltensänderungen viel bewirken können. Niedrige Geschwindigkeiten auf unbekannten oder beschädigten Wegstrecken reduzieren Sturzrisiken erheblich. Bordsteine sollten möglichst im rechten Winkel überfahren werden, da die kleinen Räder seitlich abrutschen können.
Eine funktionierende Beleuchtung und reflektierende Kleidung verbessern die Sichtbarkeit, besonders in der Dämmerung. Regelmäßige Wartung – etwa korrekt aufgepumpte Reifen, überprüfte Bremsen und ein fester Klappmechanismus – trägt ebenfalls zur Sicherheit bei.
Auch kurze Übungsfahrten helfen, das Bremsverhalten und die Lenkdynamik des Scooters besser einzuschätzen und Gefahrensituationen frühzeitig zu vermeiden.










