Olivia Jones
„Meine Mutter ist nicht mehr mit mir auf die Straße gegangen“
Aktualisiert am 12.05.2026 – 09:13 UhrLesedauer: 2 Min.
Viel Glitzer, lange Wimpern, opulente Perücken und auffällige Outfits: So kennt man Olivia Jones. Jetzt spricht sie über Schwierigkeiten in ihren jungen Jahren.
Dragqueen Olivia Jones hat keine einfache Jugend hinter sich. Diese und der Start ihrer Karriere werden jetzt im autobiografischen ZDF-Film „Olivia“ nachgezeichnet. Vor der Ausstrahlung am 13. Mai sprach die 56-Jährige über das Verhältnis zu ihrer Mutter und schmerzhafte frühe Erfahrungen.
Olivia Jones, die als Oliver Knöbel im niedersächsischen Springe aufgewachsen ist, wusste früh, dass sie anders ist als andere Kinder. Sie verkleidete sich, nutzte die Schminke der Mutter. Doch diese reagierte ohne Verständnis, wie Jones jetzt in „Bild“ erzählte: „Meine Mutter ist nicht mehr mit mir auf die Straße gegangen. Wenn sie mich von der Schule abgeholt hat, hat sie weiter weg geparkt, damit sie keiner sieht.“ Und nicht nur das: „Meine Mutter hat in ihrer Verzweiflung gesagt, dass Leute, die Travestie machen, aus Sicht der Gesellschaft Abschaum seien. Das hat mich sehr verletzt.“
- Achtstündige OP: Olivia Jones hat ihr Gesicht verändert
Die Mutter, Evelyn Knöbel, bekam ihr Kind schon mit 20 Jahren, war dann alleinerziehend. Denn der Vater wurde in Brasilien inhaftiert, als Jones gerade zwölf Jahre alt war, weil er 1,9 Millionen D-Mark unterschlagen hatte. Mit 18 verließ Olivia Jones ihr Elternhaus, hatte sieben Jahre nur wenig Kontakt zur Mutter. Doch die beiden näherten sich einander wieder an, machten eine gemeinsame Therapie, arbeiteten auf. Jones sagte jetzt: „Ich habe meiner Mutter verziehen, weil ich sie heute viel besser verstehe.“

Dem „Merkur“ sagte Olivia Jones über die Aufarbeitung der damaligen Situation mit ihrer Mutter: „Ich habe mich auch in ihr Leben reinversetzt. Das war für sie nicht einfach, von Nachbarn, von Freunden auf mich angesprochen, gesellschaftlich geächtet und ausgegrenzt zu werden. Sie hat diese ganze Schwulenfeindlichkeit mitgekriegt.“ Dennoch hätte sie sich mehr Unterstützung gewünscht, auch wenn es vor 40 Jahren andere Zeiten gewesen seien.












