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Home » Das bringen Anwendungen für die psychische Gesundheit
Digital

Das bringen Anwendungen für die psychische Gesundheit

By zeit-heute.deSeptember 14, 20263 Mins Read
Das bringen Anwendungen für die psychische Gesundheit
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Therapie-Apps

Psychische Gesundheit per App: Funktioniert das?

Aktualisiert am 14.09.2026 – 05:00 UhrLesedauer: 4 Min.

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Eine App auf Rezept: Digitale Gesundheitsanwendungen können bei verschiedenen psychischen Krankheiten unterstützend eingesetzt werden. (Quelle: Elisa Schu/dpa/dpa-tmn/dpa-bilder)

Apps auf Rezept können bei psychischen Erkrankungen die Wartezeit bis zum Therapieplatz überbrücken. Doch wie wirksam sind die Anwendungen wirklich und wo liegen ihre Grenzen?

Eine digitale Anwendung, die bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen helfen kann – und die Krankenkasse zahlt die Kosten? Das klingt vielversprechend. Schlüsselbegriff ist die digitale Gesundheitsanwendung – kurz DiGAs, oft auch „Apps auf Rezept“ genannt.

Seit der Einführung der DiGAs im Jahr 2020 sind zahlreiche Apps auf den Markt gekommen. Mehr als 75 Programme listet das Verzeichnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) derzeit. 30 davon für den Bereich Psyche (Stand: Februar 2026). Die Angebote sollen etwa Menschen mit Angststörungen, Schlafproblemen, Phobien oder ADHS unterstützen.

  • In vielen Fällen zahlt die Kasse: Was bringen die Apps auf Rezept?
  • Digitale Helfer: Was Apps gegen Vergesslichkeit bewirken können

Die geprüften Programme können von Ärzten sowie Psychotherapeuten verordnet werden und sollen Patientinnen und Patienten dabei unterstützen, mit Erkrankungen umzugehen. Doch ersetzen sie eine klassische Face-to-Face-Therapie oder sind sie eher eine Ergänzung? Wichtige Fragen im Überblick.

Was genau sind DiGAs?

Enno Maaß, Psychotherapeut und Bundesvorsitzender der Deutschen Psychotherapeuten Vereinigung (DPtV), beschreibt DiGAs als „teilweise gut gemachte psychoedukative Aufklärungsinhalte“.

Das bedeutet: Sie vermitteln verständliche Informationen über psychische Erkrankungen und die dahinterliegenden Prozesse, ergänzt um konkrete Hilfestellungen, Übungen und praktische Tipps, die Betroffene dabei unterstützen sollen, Symptome im Alltag zu bewältigen.

Wichtig ist die Abgrenzung: Es gibt zahlreiche Apps zur mentalen Gesundheit – von Meditations- bis Coaching-Tools. Aber nur DiGAs, die beim BfArM gelistet sind, sind laut Maaß nach ärztlicher oder psychotherapeutischer Verordnung erstattungsfähig, werden also von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

Wie funktionieren DiGAs?

Verordnen dürfen DiGAs laut Maaß nahezu alle Behandelnden, darunter Hausärzte, Psychotherapeuten, Psychiater sowie verschiedene Fachärzte. Die Verordnung erfolgt noch über ein klassisches Rezept. Das reichen Versicherte bei ihrer Krankenkasse zur Prüfung ein. Die Krankenkasse stellt dann nach erfolgreicher Prüfung einen Zugangscode zur Verfügung, mit dem etwa die verschriebene App genutzt werden kann.

Versicherte können auch direkt einen Antrag auf Genehmigung bei ihrer Krankenkasse stellen, wenn bereits eine entsprechende Indikation vorliegt.

Als Programme für Smartphone oder Browser führen DiGAs dann Schritt für Schritt durch bewährte – häufig verhaltenstherapeutische – Methoden, erklärt der psychologische Psychotherapeut Lasse Sander. Die Inhalte seien modular aufgebaut und würden sich meist an „störungsspezifischen Therapiemanualen“ orientieren, so der Experte, der am Institut für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg forscht.

Es kommt aber immer auf die Art und Schwere der Erkrankung an, ob eine digitale Gesundheitsanwendung überhaupt geeignet ist. Primär richten sich die Programme an Menschen mit leichter bis mittelschwerer psychischer Belastung, die an ihrer Genesung arbeiten möchten.

Für wen eignen sich DiGAs, wo liegen die Grenzen?

DiGAs sind für alle geeignet, die Informationen über ihre Erkrankung suchen und erste Hinweise erhalten möchten, wie sie damit umgehen können. „Je schwerwiegender und komplexer die Erkrankung, desto geringer sind auch die Effekte“, ordnet Maaß ein.

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