Keines der Instrumente war eigens dafür vorgesehen, einen Soleausbruch zu beobachten. Doch wie die Autoren schreiben, führte eine „glückliche Kombination von Beobachtungen“ dazu, dass sich das Ereignis nahezu vollständig dokumentieren ließ.

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Die Ausbrüche der Blood Falls in der Antarktis

Für die Forschenden ergibt sich daraus ein schlüssiges Bild: Unter dem Gletscher baut sich über längere Zeit Druck in der eingeschlossenen Sole auf. Wird dieser zu groß, presst sich die Flüssigkeit schubweise an die Oberfläche. Dabei verliert das unterirdische Reservoir kurzfristig an Volumen – und der darüberliegende Gletscher senkt sich messbar ab, während sich seine Bewegung vorübergehend verlangsamt. Anschließend beginnt der Kreislauf von Neuem.

Aufnahmen der Zeitrafferkamera an den Blood Falls.

Warum das Wasser unter dem Gletscher flüssig bleibt

Dass innerhalb des Gletschers dauerhaft flüssiges Wasser existieren kann, liegt am hohen Salzgehalt der Sole. Er senkt ihren Gefrierpunkt so stark, dass sie auch bei den extremen Temperaturen im Gletscher nicht vollständig gefriert. Bildet sich dennoch Eis, wird dabei Wärme frei. Diese erwärmt das umgebende Eis und verhindert, dass die Kanäle vollständig zufrieren.

„Auch wenn es zunächst widersprüchlich klingt: Wasser setzt beim Gefrieren Wärme frei, und diese Wärme erwärmt das umgebende, kältere Eis“, erklärte die Glaziologin Erin Pettit damals. Der Taylor-Gletscher sei deshalb „der kälteste bekannte Gletscher mit dauerhaft fließendem Wasser“.

1,5 Millionen Jahre von der Außenwelt abgeschnitten

Die Blood Falls sind nicht nur ein geologisches, sondern auch ein biologisches Rätsel. Mehrere Hundert Meter unter dem Eis lebt in der eingeschlossenen Sole eine Gemeinschaft von Mikroorganismen – vollständig von Sonnenlicht und der Atmosphäre abgeschirmt. Das Reservoir ist seit mindestens 1,5 Millionen Jahren von der Außenwelt isoliert.

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