Anwohner demonstrieren

Staufalle zum Ferienstart: Tirol macht Fernpass dicht


31.07.2026 – 18:06 UhrLesedauer: 2 Min.

Stau auf dem Fernpass: Wegen einer Demonstration ist die Alpenroute am Samstag komplett gesperrt. (Quelle: IMAGO/JOERAN STEINSIEK/imago)

Die Proteste der Anwohner an wichtigen Transitstrecken in Österreich mehren sich. Erneut wird der Fernpass geschlossen. Diese Alternativen haben Reisende jetzt.

Der Fernpass in Österreich ist am Samstag von 9.45 Uhr bis 12 Uhr wegen einer Demonstration gesperrt. Die Straße ist eine wichtige Nord-Süd-Verbindung von Deutschland nach Österreich und weiter nach Italien. Die Behörden befürchten lange Staus und raten dringend, die Region weiträumig zu umfahren. Ende Juni war eine ähnliche Sperre ohne größere Beeinträchtigungen verlaufen. Doch diesmal fällt die Demonstration auf den Beginn der Sommerferien in Bayern und Baden-Württemberg.

Die Demonstranten beklagen die Verkehrsflut auf der Transitstrecke. Ein Tunnel soll die schwierigste Passage der Route ersetzen. Das Projekt sehen die Demonstranten kritisch, dadurch werde nur noch mehr Verkehr angezogen. Bereits jetzt seien an Samstagen rund 20.000 Fahrzeuge auf der Strecke unterwegs. Zu dem Protest werden mehrere Hundert Menschen erwartet. Die Sperre gilt auch für das benachbarte Hahntennjoch.

Land Tirol sieht keine Erhöhung der Kapazität

Das Land Tirol sieht das Tunnelprojekt als vorteilhaft. Es soll 2026/27 starten und 2030 fertiggestellt sein. Dabei würde der 1,4 Kilometer lange dreispurige Fernpasstunnel 4,8 Kilometer Passstraße ersetzen. Im obersten Bereich des 1.210 Meter hohen Passes müssten statt 200 Höhenmeter den Angaben zufolge im Tunnel nur 70 Höhenmeter bewältigt werden.

Es wird mit Kosten von mindestens 160 Millionen Euro gerechnet. Die Kapazität der Strecke werde dadurch nicht erhöht, zumal das Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen bestehen bleibe, so das Land.

Der geplante Tunnel ist Teil eines „Fernpass-Pakets“, zu dem weitere Baumaßnahmen gehören. Für dieses Paket sind Investitionen von mindestens 500 Millionen Euro vorgesehen. Der entsprechende Kredit soll aus den Einnahmen der künftigen Tunnel-Maut zurückgezahlt werden, diese soll bei 14 Euro liegen.

Das sind die Alternativen für Reisende

Das Land Tirol rät Reisenden dazu, während der Demonstration den Fernpass großräumig zu umfahren. Auch in den Stunden vor und nach der Demonstration ist der Fernpass staugefährdet.

Wer eine Fahrt über den Fernpass vermeiden will, hat laut ADAC mehrere Möglichkeiten. Bei einer Anreise über die A7 Ulm – Füssen/Reutte haben Reisende die folgenden Alternativen:

  • Ab dem Kreuz Memmingen über Lindau (A 96) und die österreichische Rheintalautobahn (A14) zur Arlbergschnellstraße S16
  • Ab dem Kreuz Ulm über München (A8, A99) zum Inntaldreieck (A8/ A93) bei Rosenheim und vor dort über Kiefersfelden zur Inntalautobahn A12

Ein Ausweichen über das Hahntennjoch wird am 1. August hingegen nicht möglich sein. Um die Bevölkerung vor dem möglichen Ausweichverkehr zu schützen, wird auch die Hahntennjochstraße (L 246) während der Demonstration für den gesamten Verkehr gesperrt.

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