1. FC Köln
Darum dürfen FC-Fans beim Training seltener zuschauen
16.09.2026 – 19:30 UhrLesedauer: 3 Min.
Der 1. FC Köln trainiert unter René Wagner häufiger als zuvor ohne Fans. Der Chefcoach erklärt, warum er diesen Schritt für notwendig hält.
Jeder Trainer bringt seine individuellen Vorlieben und Gewohnheiten mit. Beim 1. FC Köln galt in der Vergangenheit aber unter nahezu jedem Chefcoach: An den beiden Tagen vor einem Pflichtspiel wird unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert, ansonsten dürfen die Fans am Geißbockheim zuschauen und anschließend auf Autogrammejagd gehen.
René Wagner setzt vermehrt auf einen anderen Trainingsplan als seine Vorgänger. Vor allem in der Saisonvorbereitung, als noch keine Pflichtspiele in Sichtweite waren, zeigte sich, dass der 38-Jährige häufiger ohne Zuschauer trainieren lässt. Bei anderen Vereinen, speziell bei Topklubs, ist das längst üblich. Wagner will sein Vorgehen explizit nicht als Abweisung der Anhänger verstanden wissen.
René Wagner: „Dann muss ich aufpassen“
„Ich halte es für unheimlich wichtig, dass wir in der Trainingswoche Blöcke finden, in denen wir mit der Mannschaft in Ruhe arbeiten können“, sagte er zuletzt bei einem Mitgliederstammtisch. Wenn ihm im Training etwas auffalle, wolle er das ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen ansprechen können. „An einem öffentlichen Trainingstag kann die Presse zugucken, es sind Leute dabei, die auf Social Media aktiv sind – dann muss ich aufpassen, was ich zu den Jungs sage“, erklärte sich der Kölner Coach.
Zumal er keinen seiner Spieler bloßstellen wolle. „Allein, wenn ich vor den Jungs etwas Hartes sage, kann das dem Spieler unangenehm sein. Wenn auch noch 1.000 Leute drumherum stehen, habe ich immer das Problem, dass ich die Jungs zusammenrufen muss.“ Wagner will sich und seine Mannschaft in der Arbeit nicht einschränken.
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Gerade in den Sommerferien, wenn im Normalfall täglich unzählige Kinder ans Geißbockheim pilgern, um ihre Helden zu sehen, sorgte das vermehrte Geheimtraining für enttäuschte Gesichter – obwohl der FC die Trainingszeiten stets zum Wochenbeginn kommuniziert. Die Anhänger waren eben anderes gewohnt. Speziell in der Vorbereitung wurde in der Vergangenheit fast nie ohne Fans trainiert.
In der Woche vor dem Auswärtsspiel beim Hamburger SV wechselten sich öffentliche und nicht öffentliche Einheiten nun ab. Aus Vereinssicht ein weiterer Vorteil des Trainings hinter verschlossenen Türen: Es dringen weniger Inhalte nach außen, die Aufstellungen sind weniger berechenbar. Trainingsinhalte seien für ihn „Interna“, sagte Wagner und betonte: „Training ist für mich jeden Tag das höchste Gut, das wir haben.“












