
Tausende ohne Elektrizität
Wieso ist die Reparatur der Stromkabel so kompliziert?
04.01.2026 – 17:10 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Feuer an einer Kabelbrücke legt die Stromversorgung in Teilen Berlins lahm. Betroffene stehen vor erheblichen Einschränkungen im Alltag.
Am Samstagmorgen fällt in 45.000 Haushalten und 2.200 Unternehmen in Berlin der Strom aus. Der Grund ist ein Brand an einer Kabelbrücke am Teltowkanal. An den meisten der betroffenen Anschlüsse fließt wohl erst am Donnerstag wieder Strom. Viele fragen sich nun: Wieso dauert die Reparatur so lange?
Berlins Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) erklärte am Samstag in der RBB-„Abendschau“: „Wir haben einen akuten, sehr, sehr großen Schaden.“ Laut Giffey zerstörte der Brand fünf Hochspannungskabel und einige Mittelspannungskabel.
Ein Stromnetz-Sprecher teilte der dpa mit, man arbeite derzeit an zwei Stellen: An der Reparatur der Kabelbrücke und an einer provisorischen Lösung für die betroffenen Haushalte. Aktuell gehe man davon aus, dass die provisorische Lösung schneller fertig sei.
Denn die Reparatur sei kompliziert. Techniker müssten zwei verschiedene Kabeltechnologien verbinden: ein Kunststoffkabel und ein Ölkabel. Für diese Arbeiten braucdhe es speziell ausgebildete Experten, Plusgrade, eine rund 14 Meter lange, tiefe Baugrube und eine möglichst staubfreie Umgebung. Stromnetz Berlin habe viele Unterstützungsangebote bekommen, doch für diese technologische Herausforderung sei eben etwas Zeit nötig.
Giffey schrieb am Sonntag auf Instagram: „Normalerweise dauert die Reparatur solcher zehn Zentimeter dicken Kabel fünf Wochen.“ Um Plusgrade an der Baustelle zu erzeugen, würden Zelte um die Baugrube aufgestellt und beheizt.
Das Berliner Stromnetz hat laut Giffey eine Länge von etwa 35.000 Kilometern. „99 Prozent davon seien bereits unter der Erde. „Wir reden über ein Prozent, das noch oberirdisch verläuft. Es ist unser Ziel, auch dieses eine Prozent unter die Erde zu bringen“, sagte Giffey. Man werde aber immer verletzliche Stellen im Netz haben. „Unsere Kabel sind sehr gut gesichert“, sagte die Senatorin.
Die Gewerkschaft der Polizei kritisierte die Sicherheit der Strominfrastruktur. GdP-Landeschef Stephan Weh sagte: „Wir erleben jetzt binnen kürzester Zeit den zweiten Super-GAU nach einem Brandanschlag auf Stromleitungen in dieser Stadt und sehen einmal mehr, dass unsere kritische Infrastruktur aufgrund von Monopollösungen leicht angreifbar ist.“ Man dürfe keine Zeit verlieren, Stromleitungen besser vor derartigen Sabotageakten zu schützen. „Kameras an Strommasten könnten bei der Strafverfolgung helfen, aber auch präventiv wirken“, sagte Weh.









