Fernheizwerk
Energieversorger offenbar Opfer von Cyberangriff
31.03.2026 – 02:19 UhrLesedauer: 2 Min.
Hacker sollen das Fernheizwerk Neukölln attackiert und Lösegeld gefordert haben. Die gesetzte Frist verstrich – doch von einem angedrohten Datenleak fehlt bislang jede Spur.
Das Fernheizwerk Neukölln ist nach Recherchen der Zeitung „Welt“ Opfer eines Cyberangriffs geworden, bei dem wohl auch Daten gestohlen wurden. Bereits am 20. März soll die Attacke aufgefallen sein – so berichten es Sicherheitskreise, aus denen laut des Berichts auch die Lösegeldforderung der Angreifer bekannt wurde. Demnach hätte das Unternehmen bis zum 29. März zahlen müssen. Der Betreiber soll diese Frist verstreichen haben lassen. Als Konsequenz habe die Gruppe gedroht, das erbeutete Material im Darknet zu veröffentlichen. Dies ist allerdings bisher offensichtlich nicht geschehen.
Die Wärmeversorgung soll nach aktuellem Kenntnisstand nicht gefährdet sein. Betroffen sei die Verwaltungsstruktur des Unternehmens: Buchhaltung und interne Kommunikation funktionierten nur eingeschränkt. Noch in dieser Woche solle damit begonnen werden, die ausgefallenen Systeme schrittweise wieder in Betrieb zu nehmen, heißt es in dem Bericht. Wie die Angreifer ins System gelangten, sei noch ungeklärt – diskutiert würden ein Phishing-Angriff, gezieltes Ausspähen von Mitarbeitern sowie Sicherheitslücken in veralteter IT-Infrastruktur.
Als mutmaßliche Urheber gilt laut „Welt“ die Gruppe „DragonForce“, die seit 2023 aktiv sei. Sie arbeite arbeitsteilig, rekrutiere Komplizen über Untergrundplattformen und nutze ein Partnernetzwerk für den Einsatz fremder Schadsoftware. Laut „Welt“ soll die Gruppe als politisch motiviert und „pro-palästinensisch“ agieren.
Die Berliner Polizei bestätigte den Vorfall gegenüber der Zeitung, machte unter Verweis auf laufende Ermittlungen jedoch keine weiteren Angaben. Die Senatsverwaltung für Wirtschaft erklärte sich für nicht zuständig, das BSI verzichtete auf eine inhaltliche Stellungnahme. Das Fernheizwerk Neukölln versorgt nach eigenen Angaben rund 60.000 Wohnungen und zahlreiche öffentliche Einrichtungen im Berliner Süden – über ein 124 Kilometer langes Leitungsnetz, betrieben seit 1911.












