
Seit 1909 nicht mehr passiert
Titelverteidiger blamiert sich im FA-Cup bei Sechstligist
10.01.2026 – 16:17 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Klub aus Englands sechster Liga sorgt für ein seltenes Fußballwunder. Crystal Palace erlebt im FA Cup gegen Macclesfield einen bitteren Rückschlag.
Mit dem klaren Ziel, seiner Mannschaft einen Pflichtsieg abzuverlangen, war Crystal-Palace-Trainer Oliver Glasner in die Partie gegangen. Gegen den tiefklassigsten verbliebenen Teilnehmer im diesjährigen FA-Cup sah er seine Elf in der klaren Favoritenrolle – und unterstrich das im Vorfeld auch gegenüber der BBC: „Es ist klar, dass wir das Spiel gewinnen müssen.“ Doch am Ende stand nicht das Weiterkommen des Titelverteidigers, sondern eine 1:2-Pleite für Palace – eine der größten Pokalsensationen der letzten Jahrzehnte.
Im knapp 5.000 Zuschauer fassenden Moss Rose Stadium tat sich der Premier-League-Klub von Beginn an schwer – auch, weil Glasner seine Startelf leicht verändert hatte. Mit Spielern wie Marc Guéhi, Chris Richards und Adam Wharton standen jedoch genügend Stammkräfte auf dem Platz. Trotzdem fehlten den Gästen über weite Strecken Struktur, Tempo und Ideen.
Kurz vor der Pause wurde es dann laut in Macclesfield: Nach einer Standardsituation aus dem rechten Halbfeld köpfte Kapitän Paul Dawson zum 1:0 ein – eine Szene, die den Außenseiter noch mutiger auftreten ließ. Crystal Palace hatte dem kaum etwas entgegenzusetzen.
Nach dem Seitenwechsel wechselte Glasner dreifach, brachte unter anderem Neuzugang David Johnson sowie Tyrick Mitchell. Doch auch diese Maßnahmen blieben zunächst wirkungslos. Stattdessen erhöhte Macclesfield in der 60. Minute: Nach einem abgefälschten Schuss kam der Ball zu Isaac Buckley-Ricketts, der aus kurzer Distanz zum 2:0 traf. Die Stimmung im Stadion erreichte ihren Höhepunkt.
Zwar brachte ein direkt verwandelter Freistoß von Yéremy Pino in der Schlussphase nochmals Hoffnung für Palace, nachdem ein Tor von Chrisantus Uche zuvor wegen Abseits aberkannt worden war. Doch in der Nachspielzeit fehlte dem Premier-League-Klub die Durchschlagskraft.
Als der Schlusspfiff ertönte, stürmten die Fans den Platz – und feierten ein Ergebnis, das in den Annalen des Wettbewerbs seinen Platz finden wird. Noch nie seit 1909 war ein amtierender FA-Cup-Sieger gegen ein Team außerhalb des Profibereichs ausgeschieden.










