Neuer Job für Ex-ARD-Nachrichtensprecher

Constantin Schreiber moderiert „Islam Talk“ in Ägypten


23.10.2026 – 13:48 UhrLesedauer: 2 Min.

Constantin Schreiber: Er moderierte von 2021 bis 2025 die Hauptausgabe der „Tagesschau“. (Quelle: IMAGO/Jürgen Kessler)

Nach der ARD startet Constantin Schreiber in einen neuen Job. Er moderiert eine arabische Sendung bei einem ägyptischen Religionssender.

Constantin Schreiber stand bis Mai 2025 für die „Tagesschau“ vor der Kamera und wechselte im September 2025 zu Axel Springer, wo sein Engagement zum Jahresende endet. Nun ist sein nächstes Projekt bekannt. „Viele haben mich gefragt, was ich – neben Shows, Büchern und eigenen Plattformen – im nächsten Jahr mache. Ich kehre zurück ins arabische Fernsehen“, schrieb Schreiber auf Instagram und teilte erste Einblicke.

Er wird ab Mitte Januar 2027 zweimal im Monat beim ägyptischen Religionssender Azhari TV die Sendung „Islam Talk“ moderieren. Schreiber will auf Arabisch mit muslimischen Gelehrten, Imamen, Rabbinern und christlichen Vertretern über Glauben und interreligiösen Austausch sprechen.

Empfohlener externer Inhalt
Instagram

Wir benötigen Ihre Einwilligung, um den von unserer Redaktion eingebundenen Instagram-Inhalt anzuzeigen. Sie können diesen (und damit auch alle weiteren Instagram-Inhalte auf t-online.de) mit einem Klick anzeigen lassen und auch wieder deaktivieren.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unseren Datenschutzhinweisen.

Vorgesehen sind jeweils 25 Minuten pro Ausgabe. Mehrere Folgen sind nach Angaben Schreibers bereits aufgezeichnet. Zum Start soll es um das Verhältnis von Islam und Frauen gehen. Außerdem sind Gespräche über Fragen wie den religiösen Anspruch des iranischen Regimes sowie über den Einfluss islamistischer Strömungen in Europa geplant.

Unter den Gästen sollen auch Wissenschaftler der Al-Azhar in Kairo sein. Die Al-Azhar gilt als sunnitisches Zentrum, das seit mehr als tausend Jahren besteht und Moschee, Universität sowie Forschung vereint. Schreiber nannte die Al-Azhar „die bedeutendste und einflussreichste religiöse Institution der muslimischen Welt“.

Constantin Schreiber will mit muslimischen Autoritäten sprechen

Er wolle mit den höchsten muslimischen Autoritäten darüber sprechen, was wirklich islamisch sei, besonders mit Blick auf muslimische Gemeinschaften im Westen. „Denn hier gewinnen zunehmend autoritäre Organisationen an Einfluss und Deutungshoheit“, schrieb er.

Der „Süddeutschen Zeitung“ sagte Schreiber, Azhari TV wolle „eine lebendige und kritische Debatte über den Islam und insbesondere den Bezug zum Westen fördern“. Seine Bücher würden im arabischsprachigen Raum anders aufgenommen als in Deutschland, und Diskussionen über schwierige Entwicklungen in muslimischen Gemeinschaften seien dort weniger stark mit Tabus belegt. Die Idee für das Format habe der Sender ihm demnach schon während seiner ARD-Zeit nahegebracht.

Für 2027 kündigte er an, neben „Islam Talk“ auch an Büchern und eigenen Formaten zu arbeiten; außerdem ist eine Tournee mit dem Titel „Sagen, was ist“ angekündigt.

Schreiber lebte nach dem Abitur für einige Monate in Damaskus bei einer christlichen syrischen Familie und lernte dort Arabisch. Später arbeitete er als Reporter in Beirut und Dubai. Außerdem moderierte er beim ägyptischen Privatsender ONTV eine Wissenschaftssendung auf Arabisch.

Share.
Die mobile Version verlassen