„Lügner und Perverser“

Republikaner will Sacha Baron Cohen verklagen

23.10.2026 – 04:53 UhrLesedauer: 2 Min.

Der britische Schauspieler Sacha Baron Cohen: Er ist bekannt für seine verdeckten Filmaktionen. (Quelle: IMAGO/Billy Bennight/imago)

Ein US-Politiker ist unwissentlich in den neuen Sacha-Baron-Cohen-Film geraten. Nun kündigt er rechtliche Schritte an.

Michael Aboud, Vorsitzender der Republikanischen Partei im US-amerikanischen El Paso County, hat angekündigt, den britischen Komiker Sacha Baron Cohen zu verklagen. Aboud war unwissentlich in dessen neuer Satire „Ali G: Who Iz I?“ gefilmt worden, wie der „Guardian“ berichtet. In einer Stellungnahme bezeichnete er Baron Cohen und sein Team als „Lügner“ und kündigte rechtliche Schritte an.

In dem Film nimmt Aboud an einem Selbstverteidigungskurs teil, den Baron Cohens Figur Col Erran Morad leitet – ein angeblicher Ex-Mossad-Terrorismusexperte. Morad hatte Baron Cohen bereits in seiner 2018er-Serie „Who is America?“ verkörpert. Er unterweist Aboud und weitere Teilnehmer in eher außergewöhnlichen Techniken.

Gemeinsam mit dem früheren Prediger und Schauspiel-Neuling Joshua Loudermilk wird Aboud dann in eine vorgetäuschte Mission eingebunden: Die beiden entführen in einem falschen Krankenwagen die hochschwangere Freundin eines fiktiven südamerikanischen Drogenbosses und bringen sie in eine abgelegene, unbesetzte Einrichtung, wo sie ein Kind zur Welt bringt. Am Ende lässt Aboud das Baby, das von einer Drohne in beträchtlicher Höhe gehalten wird, fallen, um zu verhindern, dass es US-amerikanischen Boden berührt. Bei dem Säugling handelte es sich um eine lebensechte Puppe.

Politiker wusste nichts über den Hintergrund des Films

Nach Angaben des „Guardian“ wusste Aboud bis zu einer Anfrage der Zeitung nichts davon, dass er in einem Satirefilm mitgewirkt hatte. Er glaubte, an einem Dokumentarfilm über illegale Grenzübertritte teilzunehmen. In seiner Stellungnahme erklärte Aboud, Baron Cohen und sein gesamtes Filmteam seien „ein Haufen Lügner, die andere täuschen, um sich selbst zu bereichern“. Weiter schrieb er: „Es ist meine Meinung, dass Sasha Cohen ein Perverser ist. Plus er hat darüber geredet, wie Muslime alle schwul sind, weil sie den Sexualpraktiken von Mohammed folgen.“ Auf die Frage, ob er zu seinen Handlungen im Film stehe, wollte sich Aboud nicht äußern.

Loudermilk hingegen schrieb auf Facebook, er habe „12 Stunden allein mit Sasha“ verbracht und dieser habe ihm „soooo viel über den Spaß daran beigebracht, andere zum Lachen zu bringen“. Außerdem teilte er einen Link zum Filmtrailer mit den Worten: „Ich bin im Trailer.“ Sprecher des Films teilten dem „Guardian“ mit, dass Loudermilk über die wahre Natur des Projekts ebenfalls nicht informiert gewesen sei.

Ein weiterer Abschnitt des Films zeigt den wegen Betrugs verurteilten früheren republikanischen Kongressabgeordneten George Santos in einer Spielshow, die Baron Cohens Figur Ali G moderiert. In dem Spiel müssen Teilnehmer gegen die Uhr Schaufensterpuppen, die als „Unerwünschte“ bezeichnet werden, in Duschkabinen stopfen und anschließend einen Knopf drücken, der scheinbar das Giftgas Zyklon B freisetzt.

Die Szene endet mit einem Massengruß im Stil des Nationalsozialismus. Santos sagte der Kamera, er würde beim nächsten Mal versuchen, mehr Babys zu greifen, da diese leichter in die Dusche passten. Gegenüber dem „Guardian“ erklärte Santos, er sei über die wahre Natur des Films nicht informiert gewesen, und lehnte es ab, sein Verhalten zu rechtfertigen.

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