Miteinander verknüpfte Fake-Seiten

Gefälschte Reiseportale im Internet enttarnt


02.11.2026 – 15:10 UhrLesedauer: 3 Min.

Frau mit Smartphone: Viele haben schon einmal über einen Beitrag in den sozialen Netzwerken einen Kauf abgeschlossen. Bei Reisebuchungen ist Vorsicht geboten.

Sie arbeiten mit echten Lizenznummern und legitimieren ihre gefälschten Buchungsseiten über gefälschte Kontrollseiten: Verbraucherschützer in Österreich warnen vor Betrug bei Reisebuchungen.

Auf Social Media ist man schnell verführt: ein Foto mit weißem Sandstrand und türkisfarbenem Wasser, dazu ein scheinbar unschlagbarer Preis. Zwei Klicks später steckt man schon in einer Buchungsmaske und will den nächsten Urlaub reservieren. Genau diesen Moment nutzen Kriminelle aus. Sie arbeiten mit den Emotionen, die Sonne, Meer und ein scheinbares Schnäppchen auslösen. Das österreichische Verbraucherschutzportal watchlist-internet.at hat jetzt ein großes Netzwerk solcher Fake-Portale (Fake ist das englische Wort für Schwindel oder Nachahmung) für Flugbuchungen aufgedeckt.

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Betrügerplattformen sehen echten täuschend ähnlich

Die Verbraucherschützer haben genau nachvollzogen, wie der Betrug abläuft: „Ihre Opfer erreichen die Betrüger klassisch über Werbeanzeigen auf den Meta-Plattformen Facebook und Instagram. Eine stichprobenartige Überprüfung am 28. Oktober hat dazu mehrere Treffer geliefert.“

Als Tarnung dient den Kriminellen der gute Name echter Fluglinien und Tourismusunternehmen. Ein Klick auf einen solchen Beitrag in den sozialen Netzwerken führt demnach direkt auf die vermeintliche Vergleichsplattform. Deren Aufbau ist von seriösen Portalen abgeschaut, der Anblick ist vertraut: oben die Suchmaske, darunter bebilderte Angebote. „Die angezeigten Preise liegen deutlich unter dem realen Durchschnitt – die Aussicht auf das Mega-Schnäppchen soll einen schnellen Kaufimpuls auslösen“, schreibt watchlist-internet.at.

Betrugsseite verweist zur Prüfung auf weitere Betrugsseite

Dann lässt sich der gewählte Flug aber plötzlich ausschließlich per Vorauskasse bezahlen. In den bisher bekannten Fällen, so die Experten, gingen die Überweisungen auf Konten in Spanien oder Italien. Nach der „erfolgreichen“ Buchung verweisen die Täter auf die Domain bookingstatuscheck.com. Dort soll man angeblich prüfen können, ob „eine Reisebuchung echt ist und über ein offizielles Reisebüro vorgenommen wurde“. Abgefragt werden Name und Buchungsnummer. Wenig überraschend bestätigt die Prüfung, dass alles seine Ordnung habe, so die Experten.

„Tatsächlich passt hier hinten und vorn nichts“, schreiben die Verbraucherschützer. „Die Vergleichsportale sind sämtlich Fälschungen.“ In älteren Erfahrungsberichten von Nutzern, die den Betrug bei watchlist-internet.at meldeten, sei zudem ein angeblicher Treuhänder aufgetreten, der der vermeintlichen Buchung Legitimität verleihen sollte und unter der Domain onwardtrust.com zu finden war. Diese Webseite sei mittlerweile nicht mehr erreichbar.

„Die Täter haben ein erstaunlich dichtes Netz an Fake-Seiten aufgezogen“, schreiben die Experten. Eine soll die jeweils andere legitimieren. Der Detailreichtum mache die Falle besonders gefährlich. So haben sich die Betrüger bei der Namenswahl von echten Fluglinien und Reiseunternehmen inspirieren lassen. Die Ähnlichkeiten sind bewusst gewählt, heißt es. Sie verschaffen den Seiten einen Vertrauensvorschuss.

Beispiele für die genutzten Fake-Seiten:

  • Fake: CondorTrips – echt: Condor (deutsche Fluglinie)
  • Fake: Jet2Trips – echt: Jet2 (britische Fluglinie)
  • Fake: Opotrips – echt: Opodo (Reiseportal)
  • Fake: Wizflights – echt: Wizz Air (ungarische Fluglinie)
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