„Kontrollverlust und Ohnmacht“
Sie ist Psychotherapeutin: Collien Fernandes‘ Schwester äußert sich
Aktualisiert am 24.03.2026 – 21:56 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Schauspielerin muss die Auswirkungen sexualisierter Gewalt verarbeiten. Dabei bekommt Collien Fernandes professionelle Unterstützung aus der eigenen Familie.
Bereits vor einiger Zeit machte Collien Fernandes publik, dass sie Opfer von digitaler sexualisierter Gewalt geworden ist. Sie setzt sich seitdem stark für die Aufklärung und den Schutz von Betroffenen ein und drehte 2024 sogar eine TV-Dokumentation darüber. Vor einigen Tagen erlangte das Thema große Aufmerksamkeit, als sie in einem „Spiegel“-Bericht schwere Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann erhob.
Die Schauspielerin beschuldigt Christian Ulmen, sie „virtuell vergewaltigt“ zu haben. Er soll über Jahre hinweg gefälschtes pornografisches Bildmaterial von ihr verbreitet, gegenüber hunderten von Männern im Netz ihre Identität angenommen und diesen in ihrem Namen sexuelle Avancen gemacht haben.
Das weiß auch ihre Schwester: Elaine Fernandes ist Psychotherapeutin und kennt sich mit dem Thema digitale Gewalt aus. RTL erklärte sie dazu jetzt: „Die Belastungen, die daraus entstehen, sind sehr vielfältig wie Angst, Stress, Schlafstörungen, Gefühle von Kontrollverlust und Ohnmacht, Rückzug aus sozialen Netzwerken oder der Öffentlichkeit und bei politischem Engagement, Selbstzweifel, Scham oder Schuldgefühle.“ Vor allem die Anonymität der Täter mache es für die Opfer schwierig.
Digitale Gewalt könne „jederzeit und überall“ stattfinden und oft gäbe es für die Betroffenen keinen „sicheren Ort“. Selbst die Strafverfolgungsbehörden seien für viele keine Option, denn sie „gehen davon aus, dass Anzeigen nichts bringen“, so Elaine Fernandes. Doch sie rät dringend, „Freunde und Familie mit einzubeziehen.“
Punkte, die auch für Collien Fernandes bei ihrem Schritt an die Öffentlichkeit wichtig waren. „Grundsätzlich hilft es, damit nicht mehr alleine zu sein. Ich glaube, dass es gerade bei Tätern, die kein Unrechtsbewusstsein haben, total wichtig ist, dass die Gesellschaft als Korrektiv funktioniert und dem Täter den Spiegel vorhält“, sagte sie den „Tagesthemen“. „Wir müssen darüber sprechen, damit sich etwas verändert, damit überhaupt das Ausmaß bekannt wird. Denn auch statistisch können die Fälle nur erfasst werden, wenn sie bekannt sind.“












