Start in die WM-Saison
Die großen Personalprobleme bei den DFB-Frauen
Aktualisiert am 09.10.2026 – 13:25 UhrLesedauer: 3 Min.
Die DFB-Frauen starten ihre WM-Vorbereitung. Der Bundestrainer muss dabei auf eine Reihe an wichtigen Spielerinnen verzichten.
Aus Karlsruhe berichten Jan Schultz und Kim Steinke
Exakt vier Monate ist es her, dass das deutsche Frauen-Nationalteam letztmals ein Spiel bestritten hat. In Ljubljana beschloss die Mannschaft von Christian Wück die souveräne WM-Qualifikation mit einem 2:0-Erfolg über Slowenien. Das Ticket für die Weltmeisterschaft 2027 in Brasilien hatten die DFB-Frauen schon vorher gelöst. Mit den Testspielen gegen Australien am heutigen Freitag (ab 20.30 Uhr im Liveticker bei t-online) sowie gegen Japan am kommenden Dienstag (17.45 Uhr) sollte die Vorbereitung auf das Großereignis beginnen. Doch die Umstände erschweren dies, mehrere Spielerinnen fallen aus.
Schon vor der Bekanntgabe des 24-köpfigen Aufgebots Ende September war klar, dass mit Kathrin Hendrich und Rebecca Knaak zwei etablierte Innenverteidigerinnen nicht zur Verfügung stehen. Bei Hendrich ist zu Saisonbeginn eine alte Verletzung im Fuß wieder aufgebrochen, Knaak laboriert an einer Knöchelverletzung.
Kapitänin Gwinn fällt erneut aus
Immerhin aber, so war der allgemeine Tenor rund um die Verkündung des Kaders für die beiden Testspiele, könne Giulia Gwinn ihr Comeback im Nationalteam feiern. Die Kapitänin hatte die letzten drei Quali-Spiele verpasst, nachdem sie sich gegen Österreich die Schulter ausgekugelt hatte und in der Folge operiert werden musste.
Doch in der Vorwoche folgte der Schock: Gwinn zog sich beim Sieg des FC Bayern über Eintracht Frankfurt einen Außenbandriss im linken Sprunggelenk zu, fällt in den kommenden Wochen aus. Auch Offensivspielerin Vivien Endemann musste kurz nach der Bekanntgabe des Kaders absagen, eine Wadenverletzung bremst sie aus.
Und als die Mannschaft in Vorbereitung auf das erste Testspiel in Karlsruhe zusammengekommen ist, setzten sich die schlechten Nachrichten fort: Bibiane Schulze Solano, Selina Cerci und Larissa Mühlhaus fallen allesamt aus, auch ein Einsatz von Lea Schüller steht auf der Kippe.
- Offene Frage bei DFB-Frauen: Wer erhebt Anspruch auf das Erbe?
- DFB-Profi erlebte Schicksalsschlag: „Das Schlimmste, was mir passiert ist“
„Natürlich sind die Ausfälle, die uns innerhalb dieser Tage erreicht haben, nicht unbedingt schön“, sagte Wück bei der Pressekonferenz vor dem Duell mit Australien. Abwehrspielerin Schulze Solano und Ex-Bundesliga-Torschützenkönigin Cerci seien bereits mit Verletzungen angereist. „Unsere medizinische Abteilung hat in diesen Tagen alles versucht, sie auf ein gewisses Level zu bekommen. Das hat nicht funktioniert“, berichtete der Bundestrainer.
Bei Schüller besteht trotz eines Infekts noch Hoffnung
Mühlhaus, ebenfalls Bundesliga-Torschützenkönigin, leide unterdessen an einem Infekt. „Das ist sehr ärgerlich“, befand Wück, „weil sie nach ihrer muskulären Verletzung auf einem richtig guten Weg war und jetzt ein bisschen zurückgeworfen wird“. Schüller kämpft ebenfalls mit einem Infekt, der Bundestrainer hat bei der Stürmerin von Manchester United aber noch „eine kleine Hoffnung“. Eine Entscheidung fällt im Laufe des Freitags: „Wir müssen Stunde für Stunde abwarten, wie sie sich fühlt, ob sie Fieber bekommen hat und dann eben kurzfristig entscheiden.“
