
China reagierte, indem inländische Produzenten ihre Lieferungen vom US-Markt auf andere Absatzmärkte umleiteten. In den Raum der südostasiatischen Asean-Staaten legten Chinas Ausfuhren 2025 um 13,4 Prozent zu, nach Afrika sogar um 25,8 Prozent. „New York Times“ berichtet, dass Chinas Fabriken auf diese Weise auch amerikanische Zölle umgehen: Demnach montieren Unternehmen in Südostasien und Afrika, darunter auch Tochtergesellschaften chinesischer Unternehmen, Komponenten in China und versenden sie anschließend in die USA.
In der EU, wo Chinas Exporte 2025 um 8,4 Prozent zulegten, die Importe jedoch um 0,4 Prozent sanken, wächst nicht nur wegen Chinas schwacher Nachfrage der Unmut. EU-Firmen beklagen den aggressiven Wettbewerb in Branchen wie der Autoindustrie und die erschwerten Marktbedingungen für ihr Geschäft in China. Die Sorge ist groß, dass der Markt mit billigen chinesischen Waren überschwemmt wird.
In den Fokus rückte jüngst auch wieder Chinas Währung, die nach Meinung mancher Analysten stark unterbewertet ist. Dadurch sind chinesische Waren im Ausland günstig. Kritiker sprechen deshalb von einer indirekten Subvention für Chinas Unternehmen.
2025 hatten zudem Exportkontrollen auf sieben Seltene Erden und Chips des Herstellers Nexperia, die in der Industrie dringend benötigt werden, Unsicherheit und mitunter kurzzeitige Produktionsstillstände in Europa verursacht. Pekings Vorgehen offenbarte, wie angreifbar Lieferketten deutscher und europäischer Firmen sind. Die Bundesrepublik und andere Länder wollen deshalb unabhängiger von Chinas Rohstoffen werden.
Der Blick auf das Gesamtjahr zeichnet jedoch ein anderes Bild: Die Ausfuhren der Volksrepublik nach Deutschland legten 2025 um 10,5 Prozent auf rund 118,3 Milliarden Dollar zu. Die Importe aus der Bundesrepublik sanken dagegen um 2,1 Prozent auf 92,8 Milliarden Dollar. Seit Oktober ist China wieder Deutschlands Handelspartner Nummer eins und löste damit die USA ab.
Jüngst gab es allerdings positive Signale in den Handelsbeziehungen zwischen China und der EU. Brüssel öffnete den Weg für Hersteller von in China produzierten E-Autos, Mindestpreise festzusetzen, anstatt Zollaufschläge in Kauf zu nehmen. Chinas Handelsministerium begrüßte die Maßnahme.










