
Beliebt und unter Druck
Cem Özdemirs Kampf um die BW-Wahl 2026
06.02.2026 – 11:44 UhrLesedauer: 4 Min.
Sie stehen längst in den Startlöchern: die Kandidaten für das Ministerpräsidentenamt in Baden-Württemberg. Cem Özdemir zieht für die Grünen in den Wahlkampf – und es wird ein Kampf, will er Winfried Kretschmann beerben.
Wenn am 8. März die Wahllokale öffnen, erhoffen sich die Grünen einiges bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Bei der vergangenn Landtagswahl 2021 wurden sie mit Abstand stärkste Kraft. In den Wahlumfragen zur BW-Wahl 2026 liegen sie jedoch hinter der CDU zurück.
Auch der zweite Platz bei der BW-Wahl im März ist der Partei, die auch bundesweit zu kämpfen hat, keinesfalls sicher. Die Grünen befinden sich derzeit in einem engen Rennen mit der AfD, um als zweitstärkste Kraft in den Landtag in Stuttgart einzuziehen. Doch die Partei hat für die BaWü-Wahl ein Ass im Ärmel: Cem Özdemir.
Der Politiker ist sehr beliebt. Danach gefragt, wen sie wählen würden, wenn sie direkt entscheiden dürften, gaben 31 Prozent an, Özdemir ihre Stimme bei der BW-Wahl 2026 geben zu wollen. Das ermittelte das Meinungsforschungsinstitut Insa im Vorfeld der Landtagswahl in Baden-Württemberg. Der CDU-Kandidat Manuel Hagel konnte in diesem Szenario nur 14 Prozent, der AfD-Mann Markus Frohnmaier nur 10 Prozent vor der BW-Wahl überzeugen.
Özdemir gibt sich jung, dynamisch und volksnah. Er rennt mit Strickmütze beim Dreikönigslauf durch Schwäbisch Hall, geht zum Stuttgarter VfB, trifft sich mit vielen Kommunalpolitikern. Das alles wird breit auf Social Media begleitet, 197.000 Follower hat der 60-Jährige dort, ein Vielfaches der anderen Kandidaten bei der BaWü-Wahl 2026.
Tatkräftig unterstützt wird er von den Jüngeren seiner Partei, die ihn auf ihren eigenen Profilen bewerben und sich augenzwinkernd über seinen breiten schwäbischen Dialekt lustig machen – „er will Minischterpräsident werden“. Aber wer ist der ambitionierte Grüne, der seine Partei in die BW-Wahl 2026 führt?
In Bad Urach, bei Reutlingen, in den Ausläufern der Schwäbischen Alb 1965 geboren, machte der Württemberger eine Ausbildung zum Erzieher und studierte Sozialpädagogik. Schon 1981 trat er als Teenager den Grünen bei.
Auf der politischen Karriereleiter gibt es vor der BW-Wahl kaum etwas, das Cem Özdemir noch nicht gemacht hat. 1994 war er das erste Mal Bundestagsabgeordneter, legte das Mandat aber acht Jahre später nieder, nachdem er dienstlich erworbene Bonusflugmeilen für private Zwecke genutzt hatte. Danach war er von 2004 bis 2009 im EU-Parlament.










