Landtagswahlen
CDU stürzt im Nordosten ab – Linke in Berlin stärkste Kraft
Aktualisiert am 20.09.2026 – 22:02 UhrLesedauer: 4 Min.
Die CDU erlebt in Mecklenburg-Vorpommern das nächste Desaster – erstmals könnte sie aus einem Landtag fliegen. In Berlin lässt die Linke die bisher regierende CDU weit hinter sich.
Pleite für die CDU bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin: Im Nordosten sind die Christdemokraten auf ein historisch schlechtes Ergebnis abgestürzt und könnten erstmals aus einem Landtag fliegen. In der Hauptstadt wird die Linke deutlich stärkste Kraft vor der CDU, wie aus den Hochrechnungen von ARD und ZDF hervorgeht. Die Linke könnte mit Spitzenkandidatin Elif Eralp erstmals die Regierende Bürgermeisterin stellen und der CDU den Posten abnehmen. Der angeschlagene Kanzler und CDU-Chef Friedrich Merz machte deutlich, dass er beide Ämter behalten und den Reformkurs seiner Regierung fortsetzen will.
In Mecklenburg-Vorpommern landet die AfD laut Hochrechnungen auf Platz eins mit 37,9 bis 38,3 Prozent (2021: 16,7) und ist damit zum dritten Mal nach Thüringen und Sachsen-Anhalt stärkste Kraft in einem Bundesland. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kommt auf 35,4 bis 35,7 Prozent (39,6). Die Linke fällt auf 6,5 Prozent (9,9). Die CDU rutscht ab auf 4,9 bis 5 Prozent (13,3) – ihr schlechtestes Ergebnis der Nachkriegsgeschichte in einem Land, im Bund und in Europa. Die Grünen können mit 5,5 bis 5,6 Prozent (6,3) hoffen, dass sie es in den Landtag schaffen. Das BSW muss mit 4,9 Prozent bangen. Die FDP fliegt mit 1 Prozent (5,8) raus.
In Berlin sackt die CDU ab auf 19 bis 19,2 Prozent (2023: 28,2). Ihr bisheriger Koalitionspartner SPD verliert ebenfalls und landet bei 12 bis 12,1 Prozent (18,4) – ihr schlechtestes Ergebnis in dem Stadtstaat seit 1990. Sehr stark zulegen kann dagegen die Linke und kommt auf 24,9 bis 25,3 Prozent (12,2). Die Grünen fallen auf 14,3 bis 14,4 Prozent (18,4). Die AfD verbessert sich auf 15,8 bis 16,3 Prozent (9,1). Das BSW muss mit 4,8 bis 5 Prozent zittern.
Die Wahlbeteiligung liegt den Zahlen zufolge in Mecklenburg-Vorpommern bei 78 bis 79 Prozent (2021: 70,8), in Berlin bei 73 bis 75 Prozent (2023: 63). Im Nordosten waren etwa 1,3 Millionen Menschen wahlberechtigt, in der Hauptstadt rund 2,5 Millionen.
Merz möchte im Amt bleiben
Die Bundesregierung aus Union und SPD dürfte angesichts der Zahlen unter Druck bleiben. Das Wahldebakel der CDU in Sachsen-Anhalt vor zwei Wochen, begleitet von einem haushohen AfD-Sieg, hatte Merz zuletzt in die Enge getrieben. Tagelang wurde auch in der Union spekuliert, ob er sich als Kanzler halten kann.
Merz will trotz der schlechten Ergebnisse seiner Partei im Amt bleiben und den eingeschlagenen Reformkurs seiner schwarz-roten Regierung fortsetzen. „Ich möchte unser Land voranbringen“, sagte der CDU-Vorsitzende kurz nach 18.00 Uhr in Berlin. „Die Reformen müssen kommen.“
