Blitzanalyse zu den Wahlen

Dieser Triumph entscheidet über das Schicksal der Linken


20.09.2026 – 19:00 UhrLesedauer: 6 Min.

Große Freude bei der Linken in Berlin: Die Partei hat große Chancen, die künftige Regierung anzuführen. (Quelle: Sebastian Gollnow/dpa)

Die Linke triumphiert in der Hauptstadt, in Mecklenburg-Vorpommern liegt die AfD vorn, dennoch könnte es für eine SPD-geführte Regierung reichen. Welche ersten Schlüsse sich aus den Landtagswahlen ziehen lassen.

Berlin und Mecklenburg-Vorpommern haben gewählt – und es zeichnen sich zwei klare Sieger ab: Während in der Hauptstadt die Linke deutlich vor der CDU liegt, ist der SPD im Nordosten das Überholmanöver nicht gelungen, die AfD liegt nach ersten Hochrechnungen auf Platz eins.

Erste Ableitungen, was die Ergebnisse der beiden letzten Landtagswahlen in diesem Jahr für die jeweiligen Parteien bedeuten, in der t-online-Blitzanalyse:

SPD: Nur Platz zwei – Schwesigs Einfluss dürfte trotzdem wachsen

Fast wäre der SPD die Sensation gelungen: Bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern erreicht sie mit rund 35 Prozent laut ersten Zahlen zwar ein starkes Ergebnis. Doch die zuletzt gestiegene Hoffnung auf einen Sieg in dem 1,5-Millionen-Einwohner-Bundesland ist geplatzt: Die AfD triumphiert über die Genossen – trotz Schwesig-Faktor.

Aus SPD-Sicht ist das Wahlergebnis dennoch ein Grund zur Freude. Aus zwei Gründen: SPD-Regierungschefin Manuela Schwesig wird wahrscheinlich ihr Amt behalten, womöglich in einer Koalition mit Linken und Grünen. Zweitens: Schwesig legte eine Aufholjagd hin, die in der jüngeren SPD-Geschichte ihresgleichen sucht. Das zeigt: Die SPD kann, mit den richtigen Botschaften und Personen, Wähler zurückgewinnen.

Führte einen starken Wahlkampf: Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. (Quelle: Markus Scholz/dpa/dpa-bilder)

In Berlin verliert die SPD mit Spitzenkandidat Steffen Krach hingegen klar: nur 12 Prozent laut ersten Zahlen – Platz 5. Trotz dieses Debakels dürfte die SPD erneut mitregieren. Doch mit wem? Den Berliner Genossen droht ein Richtungsstreit zwischen einer Kenia-Koalition (mit Grünen und CDU) und Rot-rot-grün.

Schwesigs starkes Ergebnis dürfte die seit Monaten anschwellende Unzufriedenheit in der SPD leicht abkühlen. Zwar blieb der erhoffte Sieg aus, aber das reicht kaum als Anlass, um die Partei jetzt anzuzünden. Für die Koalition von Union und SPD im Bund dürfte es noch schwieriger werden: Schwesig gilt jetzt als neue starke Frau in der SPD, die ihr Wahlergebnis einer klaren Abgrenzung zur Bundesregierung verdankt. Ihr Einfluss auf die anstehenden Reformen dürfte jetzt noch zunehmen. Daniel Mützel

AfD: Sie wird maximalen Druck ausüben

Es ist erneut ein starker Wahltag für die AfD, in beiden Bundesländern verdoppelt sie ihr Ergebnis von 2021: im roten Berlin der ersten Prognose zufolge auf 16 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern auf 37 Prozent. Damit ist die AfD dort stärkste Kraft.

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