
Verkehrssünder
Kasse klingelt: Berlin nimmt mehr Bußgeld ein
10.01.2026 – 17:45 UhrLesedauer: 2 Min.
Berlins Einnahmen durch Bußgelder steigen. Die Zahl der Geschwindigkeitsverstöße nimmt zu, während gleichzeitig mehr Verfahren eingestellt werden.
Die Berliner Landeskasse hat im vergangenen Jahr rund 118,9 Millionen Euro durch Bußgeldbescheide eingenommen. Dies geht aus einer internen Statistik der Bußgeldstelle hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.
Die Einnahmen stiegen damit im Vergleich zum Vorjahr deutlich an. 2024 hatte die Hauptstadt noch 112,4 Millionen Euro durch Bußgelder von Verkehrssündern verbucht. Besonders auffällig ist der Anstieg bei den registrierten Geschwindigkeitsverstößen. Ihre Zahl erhöhte sich von 850.643 im Jahr 2024 auf 977.664 im vergangenen Jahr.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) führt diesen Zuwachs auf zusätzlich angeschaffte mobile Blitzeranlagen zurück. Diese seien effektiver als statische Geräte, so die Einschätzung der Gewerkschaft. Als Beleg dafür wertet die GdP auch den Rückgang bei den Rotlichtverstößen. Deren Zahl sank von 24.342 im Jahr 2024 auf 19.290 im vergangenen Jahr.
Insgesamt wurden 2025 in Berlin mehr als 4 Millionen Anzeigen zu Ordnungswidrigkeiten verfasst. Im Vorjahr waren es noch rund 3,8 Millionen. Gleichzeitig stieg auch die Zahl der eingestellten Verfahren. Sie erhöhte sich von 926.243 im Jahr 2024 auf knapp 1,04 Millionen im vergangenen Jahr.
Die Berliner Innenverwaltung nannte in einer Antwort auf eine schriftliche Anfrage von Grünen-Abgeordneten mehrere Gründe für die Einstellungen. Häufig konnte der Fahrer nicht ermittelt werden. In vielen Fällen wurde auch kein Bescheid innerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Frist an die Verkehrssünder verschickt.
Die Polizeigewerkschaft beklagt angesichts der steigenden Fallzahlen eine angespannte Personalsituation in der Bußgeldstelle. GdP-Sprecher Benjamin Jendro sagte: „Wir haben eine wachsende Anzahl an Ordnungswidrigkeiten in Berlin, aber einen nahezu unveränderten Personalkörper.“










