Einst vom Blitz getroffen
In den Fels gebaut, von Preußen zerstört: Eine Burg mit Geschichte
Aktualisiert am 09.04.2026 – 02:12 UhrLesedauer: 3 Min.
Einst von einem Blitzschlag getroffen, später von Preußen zur Ruine gemacht: Der Regenstein im Harz zählt zu den eindrucksvollsten Ausflugszielen der Region.
Wer von Braunschweig aus einen Tagesausflug in den Harz plant, findet nördlich von Blankenburg ein eindrucksvolles Ziel: die Burg und Festung Regenstein. Die Anlage liegt auf einem rund 293 Meter hohen Sandsteinfelsen und gilt als markanter Punkt in der Landschaft des Vorharzes.
Heute ist in die ehemalige Burg ein Freilichtmuseum integriert. Besucher können zahlreiche Räume besichtigen, die direkt in den Fels gehauen wurden. Diese ungewöhnlichen Felseinbauten geben einen Eindruck davon, wie wehrhaft und bedeutend die Anlage einst war. In einigen dieser Kammern sind Funde aus dem Burgbereich ausgestellt.
Erstmals erwähnt wurde die Burg Regenstein im Jahr 1162 im Zusammenhang mit Graf Konrad von Regenstein. Bekannt wurde sie später vor allem durch Graf Albrecht II. von Regenstein, der in den 1330er-Jahren häufige Konflikte mit benachbarten Städten sowie kirchlichen Herrschern austrug. Die Geschichten über diese Auseinandersetzungen wurden später literarisch verarbeitet.
Im 15. Jahrhundert verließ die Grafenfamilie die Anlage und zog in das Schloss Blankenburg. Die Burg verfiel zunehmend und wurde später mehrfach umgebaut. Ab 1671 ließen die Preußen die mittelalterliche Anlage zu einer Festung ausbauen.
Ein Blitzschlag beschädigte 1736 den Pulverturm schwer. Im Siebenjährigen Krieg besetzten französische Truppen die Festung, doch schon wenige Monate später eroberten die Preußen sie zurück und machten die Anlage unbrauchbar. Übrig blieben vor allem die in den Fels geschlagenen Räume, Kasematten und das restaurierte Eingangstor.
Charakteristisch für den Regenstein sind die vielen höhlenartigen Räume, die direkt in das Sandsteingestein getrieben wurden. Selbst Pferdeställe befanden sich einst in den Felsen. Von der Anlage aus bieten sich außerdem weite Panoramablicke über den Vorharz.
Ein Besuch lässt sich gut mit einer kleinen Wanderung verbinden. Ausgangspunkt ist ein Parkplatz unterhalb der Anlage, der von der A36 leicht erreichbar ist. Von dort führt ein schmaler, ausgeschilderter Pfad zunächst zur Regensteinmühle und zu den sogenannten Sandhöhlen im Heers. Ab hier verlaufen mehrere Wege hinauf zur Burg.












