
Unter falscher Identität unterwegs
Deutsche Behörden stoppen Putins „Zombie-Tanker“
Aktualisiert am 15.01.2026 – 11:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein russischer „Zombie-Tanker“ wollte deutsche Gewässer durchqueren. Die Bundespolizei griff durch – und verwehrte die Einfahrt.
Die deutsche Bundespolizei hat einen sogenannten „Zombie-Tanker“ der russischen Schattenflotte gestoppt und ihm die Durchfahrt durch deutsche Gewässer untersagt. Der Rohöltanker „Tavian“ durchkreuzte laut der „Süddeutschen Zeitung“ am Samstagmorgen deutsche Nordseegewässer, bevor ihm am Sonntagabend die Einfahrt in die deutsche Ostsee verwehrt wurde und das Schiff Richtung Norden umkehrte.
Unter „Zombie-Tankern“ versteht man alte Schiffe, die mit einer neuen Registriernummer ausgestattet wurden – obwohl dies illegal ist. Schiffe erhalten eine solche Nummer im Normalfall nur ein Mal und behalten sie auch, wenn sie den Namen wechseln. Im Fall der „Tavian“ ist der Tanker nun offiziell erst ein Jahr alt, obwohl das Schiff seit 27 Jahren auf See unterwegs ist.
In der Zeit hatte der Tanker bereits 13 verschiedene Namen. 2021 wurde er unter dem Namen „Sierra“ auf eine US-Sanktionsliste gesetzt, weil er venezolanisches Öl transportierte. Mittlerweile gehört das Schiff offenbar zur Schattenflotte, mit der Russland Öl transportiert, um westliche Sanktionen zu umgehen.
Nun war die „Tavian“ offenbar Richtung Sankt Petersburg unterwegs, wo sich zwei Terminals befinden, an denen Tanker große Mengen russischen Rohöls aufnehmen können. Der Bundespolizei kam dies anscheinend verdächtig vor, weshalb sie laut „Süddeutscher Zeitung“ einen Hubschrauber zum Tanker schickte und Papiere anforderte.
Die Überprüfung der Dokumente der russischen Crew bestätigte offenbar den Verdacht, dass es sich um ein Schiff unter falscher Flagge und mit falscher Identifikationsnummer handelte. Dabei garantiert das Recht auf freie Durchfahrt der UN-Seerechtskonvention eigentlich die Durchfahrt für Tanker wie die „Tavian“. Die „Tavian“ drehte aber ab, offenbar aus Sorge, das Schiff könnte beschlagnahmt werden.
In den vergangenen Monaten gab es bereits ähnliche Vorfälle. Laut der „Süddeutschen Zeitung“ kontrollierten deutsche Behörden im Dezember den Schattenflottentanker „Chariot Tide“, der in der Nähe eines Unterseekabels technische Probleme gemeldet hatte. Beamte gingen demnach an Bord, ließen das Schiff aber weiterfahren. Ein anderes Mal soll Deutschland einem russischen Spionageschiff die Durchfahrt verwehrt haben.








