
Hass auf Schwule
Ziegelstein fliegt durch Bar – Hamburger Politiker ist empört
19.01.2026 – 17:21 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Steinwurf auf einen queeren Club in Berlin hat den Hamburger FDP-Politiker Jimmy Blum erschüttert. Nur einen Tag später wird sein Mann am Hamburger Hauptbahnhof homophob bedroht.
Ein Ziegelstein fliegt durch eine Fensterscheibe, nur wenige Meter neben ihm zerspringt Glas: Der Hamburger FDP-Politiker Jimmy Blum ist am Samstag in Berlin-Schöneberg nur knapp unverletzt geblieben. Laut dem „Hamburger Abendblatt“ wurde die Scheibe eines queeren Clubs getroffen, in dem Blum zwei Tage nach seinem Geburtstag feierte. Verletzt wurde niemand – nur durch Zufall.
Blum sagte dem „Hamburger Abendblatt“, er habe rund zwei Meter vom Fenster entfernt gestanden, als der schwere Stein in den Hinterhof-Club geworfen wurde. Glassplitter seien auf ihn niedergerieselt. „Ich hätte wirklich schwer verletzt werden können“, sagte der Politiker. „Ich hätte tot sein können.“
Die Berliner Polizei nahm Ermittlungen auf und stufte den Vorfall nach Angaben Blums als Sachbeschädigung ein. Er selbst geht weiter: „Ich halte es für einen bewussten und geplanten Anschlag auf queere Menschen“, sagte er dem „Hamburger Abendblatt“. Die Bar sei für viele ein sicherer Ort gewesen.
Blum ist Nord-Vorsitzender von LiSL, einem FDP-Bündnis für liberale Schwule, Lesben, Bi-, Trans- und queere Menschen. Er sagt, homophobe Übergriffe nähmen zu. „Die Gesellschaft verroht, wird aggressiver. Im Internet wird offen gegen Schwule gehetzt – aber leider nicht nur dort“, sagte er der Zeitung.
Auf Facebook schrieb Blum nach dem Vorfall in Berlin, er sei „Opfer bei einem Anschlag auf einen schwulen Club“ geworden. In den Kommentaren äußerten viele Nutzer Entsetzen und Solidarität, andere sprachen von Hasskriminalität und schwerer Gewalt.
Nur einen Tag später folgte der nächste Vorfall – diesmal in Hamburg. Am Sonntagabend wurde Blums Ehemann Sven-Uwe nach Angaben des Politikers am Hamburger Hauptbahnhof homophob beleidigt und bedroht. Laut dem „Hamburger Abendblatt“ wartete er mit dem gemeinsamen Hund vor einer Edeka-Filiale, als zwei Jugendliche ihn beschimpft haben sollen. Dabei sollen Sätze gefallen sein wie: „Halt die Fresse, du Schwuchtel.“
Sven-Uwe Blum habe sich mit dem Hund in den Supermarkt gerettet, Sicherheitskräfte hätten die Situation erkannt. Die Polizei wurde alarmiert. Nach Angaben von Jimmy Blum hätten die Jugendlichen auch nach dem Notruf weiter gepöbelt, teils quer durch die Halle.










