Britisches Kriegsschiff soll deutsche Schiffe begleiten

Wie es aus Kreisen der Bundesregierung heißt, soll neben dem britischen Versorgungsschiff auch ein britischer Zerstörer die deutschen Marineschiffe durch das Rote Meer eskortieren. Das britische Kriegsschiff befinde sich derzeit auf dem Weg ins Zielgebiet und soll am Ausgang des Suezkanals auf die deutschen Schiffe treffen. „Der britische Zerstörer ist mit Fähigkeiten zur Abwehr von Luftraumbedrohungen ausgestattet“, heißt es. Gerade in den „kritischeren Passagen“ im Roten Meer – also in der Nähe des Huthi-Operationsgebiets im südlichen Jemen – könnte das britische Schiff einen Schutz vor Raketen- und Drohnenangriffen bieten.

Die deutschen Marineschiffe seien zudem mit zusätzlichen Sensoren ausgestattet, um Drohnen und andere Luftraumbedrohungen frühzeitig zu erkennen, heißt es weiter.

Verteidigungsminister Boris Pistorius. (Quelle: Malin Wunderlich/dpa/dpa-bilder)

Verteidigungsminister Pistorius äußerte sich am Donnerstag nicht direkt zu der möglichen Gefahr für die Besatzungen der „Fulda“ und „Mosel“. Er verwies lediglich darauf, dass die Fahrt bis nach Dschibuti über das deutsche Mandat für die EU-Marinemission Eunavfor Aspides abgedeckt sei. Die EU-Operation (seit 2024) soll internationale Schiffe vor den Angriffen der Huthis schützen. Das Operationsgebiet umfasst das südliche Rote Meer, die Meerenge Bab al-Mandab und Teile des nördlichen Indischen Ozeans. Deutschland ist mit bis zu 350 Soldaten an der Mission beteiligt.

Bundestag soll sich bald mit Einsatz befassen

Die Bundesregierung hat angekündigt, die rechtliche Grundlage für eine Mission in der Straße von Hormus vorzubereiten. Um den Einsatz zu ermöglichen, strebe man an, dass der Bundestag sich „bis zur Sommerpause“ mit einem Einsatzmandat befasst, hieß es aus dem Verteidigungsministerium. Neben dem Mandat des Bundestags seien eine „nachhaltige Beendigung der Kampfhandlungen“ zwischen dem Iran und den USA sowie eine völkerrechtliche Grundlage „wesentliche Voraussetzungen“ für eine deutsche Beteiligung an einem Einsatz in der Straße von Hormus.

Die „Fulda“ ist ein Minenjagdboot der Frankenthal-Klasse. Diese Schiffe sind darauf spezialisiert, Gefahren unter Wasser zu entdecken und zu beseitigen. Dabei kommen neben kabelgelenkten Unterwasserdrohnen auch Überwasserdrohnen zum Einsatz, die Motorengeräusche und das Magnetfeld von Schiffen simulieren und so Grundminen zur Detonation bringen. Minentaucher können zudem Sprengkörper an schwer zugänglichen Stellen – etwa in Häfen – unschädlich machen.

Der Tender „Mosel“ dient als Versorgungsschiff und hat unter anderem Kraftstoff, Frischwasser, Ersatzteile, Proviant und Munition an Bord. Die Schiffe der Elbe-Klasse haben beim Einsatz mit Minenjagdbooten auch Experten für Wartungs- und Reparaturarbeiten an Bord. Auf dem Deck des Schiffs können auch Transporthubschrauber landen.

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