„Nicht mehr tragfähig“

DHL-Chef zweifelt an Zukunft der klassischen Briefzustellung

10.05.2026 – 20:54 UhrLesedauer: 1 Min.

DHL-Paketfahrer bei der Auslieferung (Symbolbild): Das reine Briefgeschäft sei nicht mehr rentabel, warnt der Vorstandsvorsitzende. (Quelle: IMAGO/Martin Wagner/imago)

Die Briefmenge in Deutschland sinkt weiter deutlich. DHL-Chef Tobias Meyer hält die tägliche Zustellung klassischer Briefe langfristig nicht mehr für wirtschaftlich – zumindest nicht ohne das Paketgeschäft.

Der Vorstandsvorsitzende der DHL Group, Tobias Meyer, sieht das traditionelle Briefgeschäft in Deutschland langfristig unter Druck. Eine flächendeckende tägliche Zustellung allein von Briefen werde „nicht mehr tragfähig sein“, sagte Meyer im Podcast von Table.Briefings.

Der Briefdienst könne nach seinen Worten dennoch bestehen bleiben – allerdings nur in Verbindung mit dem Paketgeschäft. „Wir werden weiter einen qualitativ hochwertigen Briefdienst anbieten können, aber als Ergänzung des Paketgeschäftes“, sagte Meyer. Dafür seien allerdings passende regulatorische Rahmenbedingungen nötig.

Hintergrund sind weiter sinkende Sendungsmengen. Nach Angaben von Meyer ging das Briefvolumen im Jahr 2025 um sieben Prozent zurück. Im ersten Quartal dieses Jahres habe das Minus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei 13 Prozent gelegen. Den besonders starken Rückgang erklärte Meyer unter anderem mit einem Sondereffekt durch die Bundestagswahl im Vorjahr.

Mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit betonte der DHL-Chef, dass die aktuellen Preise nur durch die enge Verbindung von Brief- und Paketgeschäft möglich seien. Ohne diese Integration sei das heutige Briefangebot nicht haltbar.

Eine Abspaltung des Briefgeschäfts schloss Meyer aus. Das Geschäft sei „kein Klotz am Bein“, sagte er. Gleichzeitig verwies Meyer auf das Wachstum im Paketmarkt, das vor allem vom Onlinehandel getragen werde.

Share.
Die mobile Version verlassen