Deftige Tradition

Norddeutsche Kult-Gerichte fallen im Ranking durch


03.05.2026 – 06:53 UhrLesedauer: 2 Min.

Brathering mit Zwiebeln und Beilage: Das Gericht gehört zu den am schlechtesten bewerteten deutschen Speisen im Ranking. (Quelle: Pond5 Images/imago-images-bilder)

Viele norddeutsche Klassiker fallen im neuen „Tasteatlas“-Ranking durch. Warum sie im Norden trotzdem Kult bleiben – und international anecken.

Brathering, Labskaus oder Rollmops: Was im Norden seit Generationen gegessen wird, kommt international offenbar deutlich schlechter an. Ein aktuelles Ranking des Online-Reiseführers „Tasteatlas“ zeigt erneut, wie groß die Unterschiede im Geschmack sind.

Im neuen Ranking der „100 am schlechtesten bewerteten deutschen Gerichte“ (Stand: April 2026) belegt der Brathering Platz zwei – mit nur 2,7 von 5 möglichen Sternen. Damit gehört das Fischgericht zu den größten Verlierern der Liste. Insgesamt basiert die Auswertung auf mehr als 17.000 Nutzerbewertungen weltweit, von denen ein Großteil als gültig eingestuft wurde.

Weitere Klassiker schneiden schwach ab

Auch andere norddeutsche Spezialitäten landen im hinteren Bereich des Rankings. Labskaus erreicht lediglich 3,3 Sterne und liegt damit auf Platz 34. Rollmops kommt auf 3,4 Sterne und landet auf Rang 42, während Sahnehering mit der gleichen Bewertung auf Platz 46 geführt wird.

Selbst das Fischbrötchen, das im Norden als schneller Snack fast überall erhältlich ist, schneidet nur mittelmäßig ab und erreicht 3,8 Sterne. In der Liste landet es damit weit hinten.

Fischbrötchen mit Hering und Zwiebeln: Der Klassiker schneidet im Ranking nur im Mittelfeld ab. (Quelle: Marc Stinger/imago-images-bilder)

Kräftige Aromen spalten die Geschmäcker

Viele dieser Gerichte haben eines gemeinsam: Sie setzen auf intensive, oft säuerliche oder salzige Aromen. Essig, eingelegter Fisch oder gepökeltes Fleisch prägen die norddeutsche Küche seit Jahrhunderten.

Der Ursprung liegt in der Notwendigkeit, Lebensmittel haltbar zu machen – etwa für die Seefahrt oder lange Winter. Aus dieser Praxis entwickelte sich eine Küche, die bis heute typisch für Regionen wie Hamburg, Schleswig-Holstein oder die Nordseeküste ist. International wirken diese Geschmäcker jedoch häufig ungewohnt oder zu kräftig.

Labskaus und Brathering als Beispiele

Besonders deutlich zeigt sich dieser Unterschied beim Labskaus. Die Mischung aus Kartoffeln, gepökeltem Fleisch, Roter Bete und oft auch Fisch gilt im Norden als Klassiker, sorgt außerhalb der Region jedoch oft für Verwunderung.

Ähnlich ist es beim Brathering, der kalt serviert und in Essig eingelegt wird. Während viele Norddeutsche diesen Geschmack schätzen, fällt er bei internationalen Bewertungen deutlich ab.

Labskaus mit Spiegelei und Rollmops: Die norddeutsche Spezialität polarisiert auch innerhalb Deutschlands. (Quelle: Westend61/imago-images-bilder)

Süßer Erfolg aus Hamburg

Ganz anders fällt das Urteil bei einem süßen Klassiker aus dem Norden aus. Das Franzbrötchen gehört laut „Tasteatlas“ zu den bestbewerteten deutschen Speisen und erreicht 4,3 Sterne.

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